Medizinische Betreuung der Teilnehmer des Beachvolleyball Grand Slams
Auch heuer betreut das Team von Altis Humanomed Sportmedizin den Beachvolleyball Grand Slam in Klagenfurt. Insgesamt stehen 20 Ärzte und 10 Therapeuten zur Verfügung um Verletzungen abzuklären, Therapien anzubieten und regenerative Massnahmen durchzuführen.
Verletzungsrisiko beim Beachvolleyball
Univ.Doz. Dr. Georg Lajtai, Schulterspezialist und Med. Leiter ALTIS Humanomed Sportmedizin:
„Fünf bis sechs Prozent aller Sportverletzungen treten je nach Studie im Volleyball auf. Dabei ist die Verletzungsgefährdung im Spiel mehr als doppelt so hoch wie im Training: Die Verletzungen des oberen Sprunggelenks überwiegen, gefolgt von Hand- und Fingerverletzungen sowie Schulter und Knieverletzungen.
92 Prozent der Knieverletzungen treten bei Landungen in der Abwehrzone auf. Zu den volleyballtypischen Überlastungsschäden zählen das so genannte „jumper’s knee“. Sehnenansatzentzündungen,Dabei handelt es sich um eine Überlastungserscheinung der Streckmuskulatur im Knie sowie Rotatorenmanschettenläsionen, Schleimbeutelentzündungen und Einklemmsyndrome der Schulter. Etwa die Hälfte aller Beachvolleyballspieler sind während einer Saison zumindest einmal verletzt. Speziell die Schulter und die untere Extremität (Knie und Sprunggelenk) sind extremen Belastungen ausgesetzt. Nach Sprüngen treten große Belastungen im Vorfußbereich (bis zu 200 Kilo) auf, die größten Belastungen wirken jedoch auf die Ferse. Zum Vergleich: Beim Gehen wirken auf die Patellasehne etwa 50 Kilo, beim Landen nach Schmetterbällen im Beachvolleyball sind es bis zu 650 Kilo – das entspricht etwa dem siebenfachen Körpergewicht. Sprunghöhen von etwa 40 bis 80 Zentimetern sind üblich.“
Betreuung österreichischer Top-Teams
ALTIS betreut neben dem Grand Slam auch das österreichische Top-Team Clemens Doppler / Matthias Mellitzer.
Clemens Doppler über die Vorbereitung:
„Unsere körperliche Vorbereitung besteht aus Ausdauertraining am Rad und Laufband, Kraft und Stabilisationsübungen auf Pezzibällen und Weichböden.
Gerade die Stabilisationsübungen sind sehr wichtig für uns, denn am unebenen Sand braucht man viel Stabilität und Koordination. Und da wird mal von Oktober bis Anfang Jänner ordentlich geschuftet: Sechs Stunden pro Tag, bis es dann nach Rom zum Balltraining geht. Anschließend verbringen wir ein knappes Monat im Land des Beachvolleyballs, Brasilien. Da sehr viele internationale Teams in Rio trainieren, konzentriert man sich dort auf Trainingsspiele und Übungen, die einem Match sehr nahe kommen.
Zurück aus Rio pendeln wir immer zwischen unserer Trainingsbase Italien und Österreich, bevor es dann Anfang Mai mit der Saison los geht. Die ist ziemlich intensiv, denn sie dauert bis Ende September und man hat quasi jedes Wochenende ein Turnier. Das heißt man verbringt ziemlich viel Zeit auf Flughäfen und in Flugzeugen.
Da es während der Saison kaum Regenerationszeit gibt, ist es umso wichtiger die wenige Zeit, die man hat, optimal zu nützen. Und da ist Ernährung ein sehr wichtiges Thema. Eins vorweg: Wir essen, was uns schmeckt. Natürlich ist
es sehr wichtig, dass man sich ausgewogen und gesund ernährt, denn damit pumpt man sehr viel Energie in den Körper, die er auch für das harte Training braucht.
Wie jedes Jahr ist auch heuer wieder DER Höhepunkt der Saison der Grand Slam in Klagenfurt. Dort als Österreicher am Centercourt vor 10.000 Menschen zu stehen, ist schon ein unbeschreibliches Gefühl und genau für dieses Gefühl nimmt man auch die unzähligen, harten Trainingseinheiten in Kauf.
Für mich ist es perfekt, dass das ALTIS Sportzentrum für die Betreuung der Spieler verantwortlich ist, denn so hab ich alle wichtigen Leute direkt neben mir am Centercourt. Und dass das sehr wichtig sein kann, hab ich 2006 gesehen, als ich mir im Achtelfinale das Kreuzband gerissen habe. Und durch die großartige Therapie hat es kein Jahr gedauert, bis ich im Sommer 2007 zum zweiten Mal Europameister geworden bin!“
Stabilisations- und Koordinationstraining
Die Schultern sind beim Beachvolleyball stark belastet und müssen schon im Trainings dementsprechend vorbereitet werden.






