Bericht von Klaus Dolleschal
In den Vereinigten Arabischen Emiraten fand der Auftakt der EHC/UCI-Rennserie mit einem 15 km Einzelzeitfahren und einem 50 km Straßenrennen statt.
Beim Einzelzeitfahren gab es dann ein Sensationsergebnis für mich. 4.Platz - obwohl es erst mein zweites Antreten bei einem internationalen Rennen war, das noch dazu mit meinem nagelneuen Liegebike und sehr wenigen Freiluftkilometern in den Armen.
Der Rückstand betrug 2,14min (Schnitt: 36,39 km/h) auf den späteren Sieger, den Franzosen Joel Jeannot. Zweiter wurde mein Teamkollege, der regierender Weltmeister, Elmar Sternath.
Immerhin gab es 165 Punkte für die Weltrangliste und einen kleinen Schritt näher zur WM nach Kanada.
Nach dem Hoch folgt das Tief. So geschehen beim Strassenrennen. Von den sieben zu fahrenden Runden kämpfte ich 6 1/2 Runden um den zweiten Gesamtrang. 3 km vor dem Ziel - unebene Straßenstelle, gleichzeitig Schaltvorgang, Ansatz zum Zwischensprint und schon war es passiert. Der Kettenverschluss hatte sich geöffnet und der Traum von einem Spitzenplatz war ausgeträumt.
Der Sieg ging wie am Vortag an einen Franzosen. Diesmal an den Drittplatzierten des EZ-Fahrens, David Ernould, vor Joel Jeannot und meinem Teamkollegen Elmar Sternath.
Die Enttäuschung war vorerst natürlich sehr groß.
Dennoch stimmt mich meine momentan sehr gute körperliche Verfassung für die nächsten schwierigen Rennen durchaus positiv. Das vom ALTIS-Team (Mag. Hannes Brandstätter und Christoph Kopeinig) gesteuerte Winter- bzw. Aufbautraining zeigt, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.
Am nächsten Tag fand dann das nicht zur EHC/UCI zählenden 12 km lange, offene Bergrennen auf das Jebel Hafeet Gebirge statt. Immerhin meldeten sich 40 der 71 Athleten an, um den Berg mit durchschnittlich 10% Steigung und 742 Höhenmetern zu befahren. Als Draufgabe der Quälerei zeigte das Thermometer eine Höchsttemperatur von 46° an.
Ich versuchte mit annähernd gleichem Tempo die Herzfrequenz mit 155 Schlägen/min konstant zu halten. Nach 1h33min kam ich dann als 14. bei der Aussichtplattform am Jebel Hafeet im Ziel an. Ein besonderer Anblick war der Palast und das Anwesen eines Scheichs knapp unterhalb des Gipfels. Schon deshalb hat sich die Fahrt hinauf ausgezahlt!
Der Olympiasieger von Peking, Oscar Sanchez (USA), war mit seinem Kniebike diesmal nicht zu schlagen und siegte vor einem weiteren Kniebiker, Jetze Plat (NL). Dritter wurde der erste Liegebiker, der Schweizer Ausnahmesportler Heinz Frei. Bester Österreicher, nämlich Fünfter, wurde nach Schaltungsproblemen kurz vor dem Ziel mein Trainingspartner Manfred Putz.
Am Osterwochenende (2.-4. April) gibt es beim UCI-Weltcuprennen in Rosenau (F) die nächste Möglichkeit Punkte und Erfahrung für die Weltmeisterschaft zu sammeln.



