Wieder mehr Bewegung für die Schulter

Viele, vor allem ältere, Menschen sind durch chronische Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen bei irreparablen Sehnenrissen und Knorpelverschleiß (Arthrose) in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.

Wenn Medikamente und Physiotherapien nicht mehr helfen, kann eine sogenannte inverse Schulterprothese die Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit verbessern.

Im Vergleich zu Hüft- und Knieendoprothesen werden Schulterprothesen seltener eingesetzt. Doch der zunehmende Wunsch nach Schmerzfreiheit und Beweglichkeit – auch älterer Patienten – hat in den letzten Jahren weltweit zu einer Zunahme der Schulterimplantate geführt und die Zahl wird noch weiter steigen.

Welche Schmerzen erwarten mich nach der Operation und wie schaut die weitere Schmerzentwicklung aus?

Unmittelbar nach der Operation sind die Schmerzen mit Infusionen und lokaler „Vereisung“ durch Schmerzkatheter gut beherrschbar. Schmerzmittel können meist nach zwei Wochen reduziert bzw. abgesetzt werden. Die Zielsetzung – ein in Ruhe und Bewegung schmerzfreies Schultergelenk – ist auch in aller Regel erreichbar.

Welche Beweglichkeit/Funktion ist erreichbar?

Armhebeübungen zur Verbesserung der Beweglichkeit werden mit physiotherapeutischer Unterstützung ab dem ersten Tag nach dem Eingriff begonnen. Die erreichbare Beweglichkeit hängt letztlich immer auch von Ausmaß und Dauer der vorbestehenden Bewegungseinschränkung ab.
Eine seitengleich freie Beweglichkeit innerhalb weniger Wochen kann oft erreicht werden. Dies setzt jedoch eine intensive, hochqualitative physiotherapeutische Begleitung voraus.

Auch bei ungünstigen Voraussetzungen – mit lange vor der Operation bestehender schlechter Beweglichkeit – ist in aller Regel eine schmerzfreie Funktion für alltägliche Belastungen möglich.

Gibt es Langzeiterfahrungen mit der inversen Schulterprothese?

Die kürzlich veröffentlichten 20-Jahres-Ergebnisse der weiterentwickelten inversen Prothese erlauben durch Kenntnis der Risikofaktoren und Gegenstrategien eine entscheidende Verbesserung der Sicherheit und Vermeidung von Komplikationen.

Welche möglichen Komplikationen gibt es?

Komplikationen sind insgesamt selten. Zu achten ist besonders auf drei Bereiche:

Gelenkstabilität

Durch technische Verbesserungen und das Wissen um die korrekte Positionierung des Implantates konnte das Risiko einer Instabilität auf ein Minimum reduziert werden. Der Einsatz einer Planungssoftware – vor dem Eingriff, nach computertomografischer Untersuchung – erlaubt Bewegungssimulationen am Planungsmodell und mithilfe von angefertigten Schablonen können die
Endoprothese punktgenau platziert werden.

Infektionen

Insbesondere häufige Kortisoneinspritzungen vor dem Eingriff und gewisse Grunderkrankungen, wie erhöhter Blutzucker (Diabetes) oder rheumatische Erkrankungen, bedeuten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Gerade bei diesen Patienten sind erweiterte Hygienemaßnahmen besonders wichtig.

Neben einer verlängerten Antibiotikagabe empfehlen wir allen Patienten fünf Tage vor dem Eingriff eine täglich durchzuführende Hautdesinfektion und die Desinfektion der Nasenschleimhaut. Dies wird ergänzt durch eine spezielle Vordesinfektion der Haut im OP. Weiters sollte die letzte Kortisoneinspritzung keinesfalls kürzer als drei Monate vor der Operation zurückliegen.

Implantatlockerung

Risikofaktoren für eine Implantatlockerung sind bekannt. Auch hier weisen Erfahrungen aus der Vergangenheit den richtigen Weg. Durch verbessertes Prothesendesign und korrekte Positionierung des Pfannenteils treten auch diese Komplikationen sehr selten auf.

Für den Operationserfolg entscheidend ist ausreichende Erfahrung durch die Spezialisierung des gesamten behandelnden Teams. Lebenslange Weiterbildung sollte selbstverständlich sein. Dies beinhaltet neben dem Operateur auch den spezialisierten Physiotherapeuten und erfahrenes Pflegepersonal.

Die inverse Schulteprothese leicht erklärt

Diese Schulterprothese wurde 1985 vom Franzosen Paul Grammont entwickelt und kommt vor allem bei fortgeschrittenen Knorpelschäden und Defekt der stabilisieren-den Sehnenhaube zum Einsatz.

Invers bedeutet „umgekehrte“ Prothese, da die Positionen von Gelenkpfanne und -kopf vertauscht werden. Die künstliche Kugel befindet sich nicht am Oberarmknochen, sondern an der eigentlichen Stelle der Gelenkpfanne. Das Drehzentrum wird durch diesen Trick verschoben, sodass die Schulter allein durch die Muskelkraft des Deltamuskels bewegt werden kann - dies auch bei defekter oder fehlender Sehnenhaube (Rotatorenmanschette).

Kontakt und weitere Informationen 

Dr. Helmut Emser
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
Privatklinik Villach

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