Das Delir

Die Lebenserwartung ist heute ungefähr doppelt so hoch wie noch vor 100 Jahren. Wir werden also immer älter! Mit dem steigenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung und der zunehmenden Lebenserwartung nimmt auch der Bedarf an medizinischer Hilfe zu, welche nicht selten mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden ist.

Ein häufiges Krankheitsbild ist das Delir, ein sogenannter akuter Verwirrtheitszustand. Ein Delir kann jeden von uns treffen! Es gibt Faktoren, welche ein Delir begünstigen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen ein höheres Lebensalter, mehrere Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf-System, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Diabetes, Schlaganfall etc.), die notwendige Einnahme mehrerer Medikamente, Demenz (Vergesslichkeit), Depressionen und Schwerhörigkeit. Auch der Entzug von Substanzen mit Abhängigkeitspotential (Alkohol, Drogen, Schlafmittel) können ein Delir auslösen.

Wenn mehrere Risikofaktoren vorhanden sind und eine akute Erkrankung (zum Beispiel eine Lungenentzündung oder ein Harnwegsinfekt) oder eine Operation hinzukommen, steigt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Delirs deutlich an. Bei dementen Patienten reicht manchmal sogar der Ortswechsel in ein Krankenhaus für die Entstehung eines akuten Verwirrtheitszustandes aus.

Symptome eines Delirs

Bei einem Delir besteht eine plötzliche Verwirrtheit, welche jedoch im Tagesverlauf Schwankungen aufweist. Der Betroffene kann unerwartet aggressiv reagieren, ist zu Raum, Zeit und Ort teilweise desorientiert, manchmal bestehen optische und/oder akustische Halluzinationen (Patienten sehen zum Beispiel Mäuse, ein Blumentopf wird als ein beobachtender Mensch verkannt etc.). Die Reaktionen des Patienten sind unangepasst, die Patienten sind teilweise sehr unruhig und unkoordiniert.

Ein Delir ist für die betroffenen Patienten eine sehr unangenehme Erfahrung, bei der sie sich nicht selten verfolgt und bedroht fühlen. Auch für Angehörige ist ein Delir eine sehr beängstigende und emotional schwierige Situation.

Die Folgen eines Delirs können sehr schwerwiegend sein. Sie reichen von einer dauerhaften Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Unselbstständigkeit bei einzelnen Alltagsaktivitäten bis zum Tod des Patienten.

Programm zur Früherkennung und Behandlung

In der Privatklinik Maria Hilf haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Patienten vor einem Delir zu bewahren beziehungsweise ein solches, wenn es auch nicht immer verhindert werden kann, rechtzeitig zu erkennen. Durch eine Früherkennung und Einleitung entsprechender Therapiemaßnahmen, können die Folgen verhindert oder deutlich abgeschwächt werden.

Patienten, welche Risikofaktoren für ein Delir aufweisen, werden beim Aufnahmegespräch erkannt und dadurch in ein Programm integriert, durch welches ein Delir verhindert oder zumindest vorzeitig erkannt wird. Bei diesem Programm geht es einerseits darum, dem Patienten eine vertraute Umgebung zu schaffen. Dabei kommen Orientierungshilfen (Kalender, Uhr, Türschilder), ein strukturierter Tagesablauf, Physio- und Ergotherapie zum Einsatz. Auch die Bilder vertrauter Personen am Nachtkasten haben einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert! Besonders wichtig ist auch ein regelmäßiger Besuch durch nahestehende Menschen. Das vertraute Gesicht bedeutet in der sonst fremden Umgebung Geborgenheit! Außerdem sind im Bedarf Seh- und Hörbehelfe besonders wichtig für die Orientierung.

Gleichzeitig erfolgen von medizinischer Seite eine regelmäßige Abstimmung der notwendigen Medikamente sowie etwaige Dosisanpassungen. Auf Grund der Vielzahl an möglichen Auslösern für ein Delir wird bei der täglichen Visite auf etwaige neu aufgetretene Erkrankungen (Infektionen, Schmerzen unterschiedlicher Ursache, Elektrolytentgleisungen, Blutzuckerentgleisungen etc.) geachtet. Mehrfach täglich erfolgt ein standardisierter Test, um einen beginnenden Verwirrtheitszustand sofort zu erkennen. Wird ein solcher Verwirrtheitszustand diagnostiziert, kommen medikamentöse, pflegerische, physiotherapeutische und ergotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz, die individuell auf den Patienten abgestimmt und täglich neu evaluiert werden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Ein Delir ist eine Herausforderung für mehrere Fachrichtungen der Medizin, weswegen in der Privatklinik Maria Hilf diese Patienten durch enge Zusammenarbeit aller notwendigen Fachärzte der unterschiedlichen Disziplinen behandelt werden. Das Behandlungsregime wird von allen beteiligten Fachärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten gemeinsam koordiniert und abgesprochen.

Zusammenfassend ist ein akuter Verwirrtheitszustand häufig, der jeden treffen kann und schwerwiegende Folgen nach sich zieht. Auf Grund dessen widmen wir in der Privatklinik Maria Hilf diesem Erkrankungsbild durch ein geschultes Fachpersonal und eine interdisziplinäre fachärztliche Behandlung besonderes Augenmerk.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Ruth Lechner
Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie
Privatklinik Maria Hilf

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