Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Entzündungen und Infektionen sowie Krebserkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und können in jedem Alter auftreten. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Internisten oder Gastroenterologen lassen sich jedoch viele Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln.

Welche Erkrankungen gibt es und wodurch werden sie hervorgerufen?

Erkrankungen des Magens

Gastritis

Unter einer Gastritis versteht man eine Entzündung der Magenschleimhaut. Diese kleidet den Magen an seiner Innenseite aus und schützt die tiefer liegenden Schichten der Magenwand vor dem aggressiven Magensaft, der wiederum von spezialisierten Zellen der Magenschleimhaut produziert wird. Eine Gastritis kann sehr plötzlich auftreten (akute Gastritis) oder sich über einen längeren Zeitraum entwickeln (chronische Gastritis).

Eine akute Gastritis macht sich durch starke Schmerzen in der Magengegend und im Rücken, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit bemerkbar. Die chronische Magenschleimhautentzündung bleibt häufig ohne Symptome oder macht lediglich durch unspezifische Oberbauchbeschwerden, Aufstoßen, Blähungen sowie Völlegefühl nach den Mahlzeiten auf sich aufmerksam.

Reizmagen

Bei 30 bis 50 % der Patienten, die einen Arzt wegen Magenbeschwerden aufsuchen, stellt dieser einen Reizmagen fest. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Magens, bei der Beschwerden auftreten, ohne dass krankhafte Veränderungen des Magens nachgewiesen werden können. Die zu Grunde liegenden Ursachen sind bisher nicht eindeutig geklärt. Als Auslöser gelten Ernährungsgewohnheiten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und psychische Belastungssituationen.

Patienten mit einem Reizmagen haben ein überempfindliches Nervensystem im oberen Magen-Darm-Trakt. Diese Sensibilität macht den Magen besonders gegenüber äußeren und inneren Reizen empfänglich. So ist der Magen bei Betroffenen besonders gegenüber Magensäure empfindlich, wenn diese in die Speiseröhre gelangt.

Eine Störung der Magenbeweglichkeit (Peristaltik) kann ebenfalls Ursache eines Reizmagens sein, wenn die Muskulatur der Magenwand nicht ausreichend aktiv ist. Die Nahrung verbleibt dadurch zu lange im Magen. Auch in den Magen fließende Gallenflüssigkeit kann ein auslösender Faktor sein.

Reflux

Unter der Refluxkrankheit oder GERD (Gastroesophageal Reflux Disease) wird eine entzündliche Erkrankung der unteren Abschnitte der Speiseröhrenschleimhaut verstanden. Hervorgerufen werden diese Veränderungen durch ein Versagen des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen. Dadurch kann es zu einem vermehrten Rückfluss von Magensaft und Magensäure aber auch Dünndarmsaft und Gallensalzen in die Speiseröhre kommen.

Die wohl wichtigste Untersuchung bei der Refluxdiagnostik ist die Gastroskopie mit entsprechender Probenentnahme (Biopsie) aus der Speiseröhrenschleimhaut. Zusätzlich können andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen im oberen Magen-Darm-Trakt (Gastritis, Magengeschwür ...) damit ausgeschlossen werden. In weiterer Folge ist auch die Messung des Refluates über 24 bzw. 48 Stunden mittels ph-Metrie empfehlenswert. (Weitere Informationen im Artikel Refluxkrankheit - Säureangriff aus dem Magen)

Erkrankungen des Darms

Patienten mit einer Darmerkrankung leiden häufig unter folgenden Krankheitszeichen:

  • Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall oder Verstopfung
  • Schmerzen bzw. Krämpfe im gesamten Bauchbereich
  • Blähungen in Kombination mit Blut im Stuhl oder vermehrten Schleimauflagerungen

Darminfektionen gehören zu den häufigsten Darmerkrankungen. Krankheitserreger und Parasiten, die über verdorbenes Essen oder verschmutztes Trinkwasser aufgenommen werden, können durch Giftstoffe die Darmschleimhaut schädigen. Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit sind die Folge. Besonders schwere Infektionen mit zum Teil tödlichem Ausgang können durch Typhus- und Cholera-Erreger ausgelöst werden.

Reizdarm

Unter dem Begriff Reizdarm werden verschiedene Krankheitszeichen zusammengefasst, für die keine organischen oder biochemischen Veränderungen erkennbar sind. Bei länger als 3 Wochen anhaltenden Leibschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen kann ein Reizdarmsyndrom vorliegen, wenn eingehende Untersuchungen durch einen erfahrenen Facharzt (Gastroenterologen) keinen Hinweis auf eine organische Ursache ergeben haben.

Darmkrebs

Die meisten Darmkrebsfälle treten auf, ohne dass für den Einzelfall eine Ursache bekannt ist. Falsche Ernährung, eine ungesunde Lebensweise und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können die Entwicklung von Darmkrebs begünstigen. Manche Darmkrebsformen sind darüber hinaus vererbbar. So ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken ungefähr doppelt so hoch, wenn ein Verwandter ersten Grades bereits Darmkrebs hat. Für andere Darmkrebsformen scheint es eine genetische Veranlagung zu geben. Bei diesen Menschen kann Darmkrebs leichter entstehen als bei unbelasteten Personen.

Wichtige Krankheitszeichen des Darmkrebses sind veränderte Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Blutarmut und Darmverschluss. In jedem Fall sollten Patienten mit wochenlang andauernden Leibschmerzen einen Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen aufsuchen und eine Darmspiegelung durchführen lassen.

Darmkrebs-Vorsorge

Eine große Rolle, vor allem bei den bösartigen Darmtumoren, spielt die Früherkennung. Gehen Sie deshalb ab Ihrem 45. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung und nutzen Sie das kostenlose Angebot Ihrer Krankenkasse zur Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr bei Ihrem Internisten bzw. Gastroenterologen.

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Ewald Binter
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie, Endokrinologie und Stoffwechsel, Sportarzt
Privatklinik Maria Hilf, Klagenfurt

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