Herz & Psyche stärken

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“ (Christian Morgenstern)

Eine Herzerkrankung ist ein einschneidendes Ereignis, das bei betroffenen Menschen das körperliche und das seelische Gleichgewicht ins Wanken bringen kann.

Während Herzerkrankungen einen bedeutenden Einfluss auf die Psyche haben und mit Ängsten und Depressionen einhergehen können, wirken sich im Umkehrschluss seelische Belastungen auf die Herzgesundheit aus. Insbesondere Stress und psychischen Belastungen wird eine tragende Rolle als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beigemessen. Gleichzeitig wirkt die Lebensführung beziehungsweise der geführte Lebensstil ebenso mit ein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind meist multifaktoriell begründet. Menschen mit psychischen Belastungen greifen häufiger zur Zigarette, ernähren sich ungesünder und bewegen sich weniger.

Unser Herz als lebenserhaltendes Organ, sozusagen der „Motor des Lebens“, steht eng mit unserem Gefühlserleben in Verbindung. Herzerkrankte Menschen sind häufig mit erschreckender Deutlichkeit mit der Endlichkeit des eigenen Lebens konfrontiert, außerdem mit vielen offenen Fragen hinsichtlich der Lebens- und Zukunftsgestaltung. Viele erleben ungewohnte, neu aufkommende Ängste und Stimmungsschwankungen in ihrem täglichen Leben.

Während des Rehabilitationsaufenthaltes in Althofen werden in Fachvorträgen und psychologischen Einzelgesprächen gesundheitsbegünstigende und -aufrechterhaltende Faktoren beleuchtet und die Patienten in die eigene Selbstwirksamkeit begleitet, um weitere künftige krankhafte Prozesse vermindern zu können. Fokus wird hierbei auf die Wechselwirksamkeit von Körper und Psyche gelegt. Voraussetzung dafür ist die Auseinandersetzung der Patienten mit den eigenen möglichen Risikofaktoren, um langfristig selbstständig Einfluss auf die Erkrankung nehmen zu können.

Neben der Vermittlung von Stressbewältigungsmöglichkeiten sollen Patienten lernen „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu betreiben und damit die eigene Gesundheit, das eigene Wohlbefinden und die eigene Lebensqualität zu fördern.

Selbstfürsorge im Sinne von „Ich darf mich auch um mich selbst kümmern“ meint einerseits, dass es nicht nur in der Verantwortung des Einzelnen liegt, dass Partner, Kinder und Haushalt versorgt sind, dass am Arbeitsplatz 100 % geleistet werden und gesellschaftlichen Normen entsprochen wird. Andererseits bedeutet dies auch, dass erst durch die Fürsorge der eigenen Person all die Aufgaben und Anforderungen, die warten, und Rollen, die der Einzelne innehat - Vater, Mutter, Kind, Partner, Arbeitnehmer etc. - besser erfüllt oder bewältigt werden können.

Im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben drei Säulen eine tragende Rolle bei der Selbstfürsorge:

1. Körperwahrnehmung

Der Körper meldet relativ schnell zurück, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Sorgsam mit dem Körper umzugehen, diesen zu beachten und gegebenenfalls innezuhalten, damit Erholung/Genesung erlebt werden kann, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Selbstfürsorge und somit Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität

2. Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und Befriedigung eigener Bedürfnisse

„Was brauche ich, damit es mir gut gehen kann?“ Eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen bedeutet nicht egoistisch zu sein oder vorher eine Leistung erbringen zu müssen („Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ „Ohne Fleiß kein Preis.“). Bedürfnisse erkennen und zu befriedigen, umfasst auch unter Umständen die Befriedigung körperlicher Bedürfnisse z. B. der Schluck Wasser, frische Luft.

3. Ressourcenaktivierung

„Was sind die Dinge, Momente und Augenblicke, die ich als angenehm, gut oder hilfreich erlebe?“ Ressourcen sind Kraftquellen, die jedem Menschen zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Die Aktivierung von Ressourcen steht nicht mit viel Geld, Zeit oder großen Ereignissen in Zusammenhang. Oftmals handelt es sich um Momente, Augenblicke, Minuten oder Sekunden, in denen wir in anderes Erleben - außer den Sorgen, Belastungen, Ängsten - eintauchen. Ressourcen können sehr vielseitig sein:

  • Hobbys, Talente, Interessen
  • Soziale Ressourcen (Familie, Freunde)
  • Elemente aus der Natur (Vogelgezwitscher, Wasserplätschern)
  • Ein Buch, ein Film, Musik, ein religiöser Glaube, ein Haustier, die Tasse Kaffee, ein Stück Schokolade etc.

Über die Sinne (Hören, Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken) und den Genuss können ebenfalls viele Kraftquellen entdeckt bzw. wiederentdeckt werden. Nicht umsonst sprechen wir von Augenweide, Ohrenschmaus, Gaumenfreude.

Über die Selbstfürsorge, das achtsame Umgehen mit dem eigenen Selbst, lernen Betroffene die Balance zwischen Belastung und der Regeneration des menschlichen Organismus wieder zu finden, sich zu entspannen, Hindernisse zu überwinden und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

"Wer seinem Herzen etwas Gutes tun will, bleibe gelassen."

Broken-Heart-Syndrom

Welchen Einfluss die Psyche auf das Herz hat, zeigt das Broken-Heart-Syndrom. Dabei zeigen Patienten infarktähnliche Symptome wie Luftnot oder Schmerzen in der Brust. Die Pumpleistung des Herzens ist vermindert, jedoch sind die Herzkranzgefäße nicht wie bei einem richtigen Herzinfarkt verschlossen. Die genauen Abläufe sind nicht geklärt. Vermutlich  verkrampfen sich die kleinsten Gefäße aufgrund einer stressbedingten Überreaktion, was zu einem lebensbedrohlichen Pumpversagen führen kann. Häufig sind Schicksalsschläge, wie der Tod eines Ehepartners, Ursache dafür.

 

Kontakt

Mag. Danika Kowatsch
Klinische Psychologin
Humanomed Zentrum Althofen

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