Kniegelenksabnützung
therapeutische Möglichkeiten

Unter einer Arthrose des Kniegelenks versteht man eine Ausdünnung des sogenannten Knorpelüberzugs der Kontaktzonen des Ober- und Unterschenkelknochens. Der Knorpelüberzug ist normalerweise etwa 4 - 5 mm dick und ermöglicht eine harmonische Gleitbewegung der beiden knöchernen Gelenksanteile. Bei völligem oder teilweise fehlendem Knorpelüberzug läuft das Gelenk sozusagen Knochen auf Knochen.

Die Arthrose zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates. Etwa ein Drittel der Bevölkerung im Alter über 65 Jahren leidet an Arthrose und etwa die Hälfte dieser Patienten hat auch ständig Beschwerden.

Ursache

Neben genetischen Faktoren sind für die Entstehung der Arthrose mechanische Ursachen wie angeborene oder verletzungsbedingte Fehlstellungen und Stoffwechselerkrankungen wie Zuckerkrankheit, erhöhte Harnsäure und Blutfette bekannt. Als weitere Risikofaktoren gelten Übergewicht und rheumatische entzündliche Erkrankungen.

Andere mögliche Auslöser von Gelenkschmerzen wie Meniskuseinrisse, Bänder-, Sehnen- und Gelenksentzündungen oder Ausstrahlungsschmerzen bei Wirbelsäulen- oder Hüftgelenkserkrankungen sollten durch eine genaue ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.

Diagnose

Ein Röntgenbild, eventuell mit Belastungsaufnahme, gehört zur Basisuntersuchung. Bei nur geringer Ausprägung der Arthrose wird auch eine kernspintomografische (MRT) Untersuchung zum Ausschluss von Meniskusschäden und Flüssigkeitsansammlungen im Knochen (Ödem) veranlasst. Bei gesicherter Diagnose wird das therapeutische Vorgehen vor allem auf die Beschwerdesymptomatik wie Intensität und Dauer der Schmerzen, den Schweregrad der Arthrose und das Alter des Patienten abgestimmt.

Konservative Therapie der Arthrose

Medikamentöse Behandlung

Bei akuten Schmerzen und einer nachgewiesenen sogenannten aktivierten Arthrose sind die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten mit Schonung des Gelenks über einige Tage und eventuelle Gelenkseinspritzung hilfreich.

Bei chronisch wiederkehrenden oder anhaltenden Beschwerden sind weitere physiotherapeutische, medikamentöse und Verhaltensmaßnahmen sinnvoll.

Kräftigende Physiotherapie

Im Zentrum der therapeutischen Maßnahmen steht ein regelmäßiges Dehnungs- und Kräftigungsprogramm. So konnte in mehreren kontrollierten Studien nachgewiesen werden, dass bei Patienten mit Kniegelenksarthrose ein regelmäßig durchgeführtes Training der Oberschenkelmuskulatur zu signifikant weniger Schmerzen und einer verbesserten Funktion führte.

Auch die Steigerung der allgemeinen körperlichen Ausdauer durch Radfahren, Schwimmen, Aerobic, Langlauf wirkt sich nachweislich günstig aus.

Sportarten, die kurzfristig hohe Druckbelastungen auslösen, wie Jogging, sollten insbesondere bei fortgeschrittenen Stadien vermieden werden. Es gilt der Grundsatz: Bewegung ist gut, (starke) Belastung schlecht.

Gewichtsreduktion

Zur Verdeutlichung der Wirksamkeit einer Körpergewichtsreduktion ist festzuhalten, dass die Reduktion von 1 kg Körpergewicht, 3 - 4 kg weniger Gelenksbelastung bedeuten.

Zur medikamentösen Unterstützung sollen klassische schmerz- und entzündungshemmende Mittel wegen der bekannten Nebenwirkungen (Herz-Kreislauf-System, Magen-Darm-Trakt) nur möglichst kurz eingesetzt werden.

Injektionen

Medikamente, welche ins Knie injiziert werden, wie Hyaluronsäurepräparate, die auch physiologisch in Gelenksknorpel und Gelenksflüssigkeit vorkommen, können helfen und haben ein sehr niedriges Nebenwirkungsprofil.

Eine ähnlich positive Wirkung wird von der Gelenksinjektion von Blutderivaten angenommen.

Insbesondere bei aktivierten Arthrosen führt die Injektion eines Cortisonpräparats in aller Regel zu einer raschen Schmerzlinderung und Reduktion der Entzündung.

Die Anwendung sollte jedoch limitiert sein auf maximal 2 - 3 Injektionen pro Jahr mit einem Mindestabstand von 3 - 4 Wochen.

Hinzuweisen ist auch auf einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Gelenksinfekten nach Gelenksersatzoperationen, die kurz vor dem Eingriff Cortisoninfiltrationen erhielten, sodass ein ausreichender zeitlicher Abstand zwischen OP und letzter Einspritzung von zumindest 3 Monaten eingehalten werden soll.

Operative gelenkserhaltende Therapie

Bei kleinen Knorpeldefekten (2 - 3 cm2) und bis zum Alter von etwa 50 Jahren können arthroskopische Verfahren mit Knorpelzüchtungen zum Einsatz kommen.

Als weitere gelenkserhaltende Operation ist die Geradstellungsoperation mit Korrektur der Beinachse und Entlastung des erkrankten meist inneren Gelenksabschnitts - insbesondere bei noch mäßig fortgeschrittener Arthrose-möglich. Nachteil dieses Eingriffs, der vor allem bei jüngeren Patienten Anwendung findet, ist die meist lange Rekonvaleszenz von 3 - 6 Monaten.

Alternativ steht bei Abnützung eines Gelenksabschnitts ein Teiloberflächenersatz (Hemiprothese) zur Verfügung. Vorteile des Teilersatzes sind ein deutlich kleinerer Eingriff, die schnelle Wiederherstellung der Belastbarkeit und Gelenksfunktion und ein durch den Erhalt der Kreuzbänder bedingtes "normales" Gelenksgefühl für den Patienten.

Bei fortgeschrittenen Arthrosen mit Befall des inneren und äußeren Gelenksabschnitts kommen moderne sogenannte Oberflächenersatzendoprothesen zum Einsatz. Wie der Name schon sagt, wird dabei lediglich die 4 - 5 mm dicke zerstörte Gleitfläche in gleicher Dicke durch eine Metalloberfläche ersetzt. Erhalten bleiben Seitenbänder, Gelenkskapsel, Kniescheibe und meist auch das hintere Kreuzband, sodass der Eingriff in die ursprüngliche Gelenksmechanik möglichst gering ausfällt.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Helmut Emser
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
Privatklinik Villach

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