Die Menstruation der Frau stellt in allen Weltkulturen seit dem Ursprung der Menschheit etwas Besonderes, ja Mystisches dar.

Soziokulturell wird dieses unterschiedlich bewertet: Bei jungen Mädchen als Beginn des Frauseins, Zeichen der Fruchtbarkeit und Zeichen des Erwachsenwerdens, Zeichen der Erhaltung der Menschheit. Auf der anderen Seite stellt die monatliche Blutung ein Zeichen der Unreinheit, Verletzlichkeit, oft des Ausgegrenztseins dar.

Je nach kultureller Bewertung und familiärer Überlieferung wird dieses Ereignis bei jungen Mädchen also positiv oder negativ besetzt.

Die noch aus dem Altertum überlieferte Tradition, bei der Menstruation müsse Frau Schmerzen erleiden - „unter Schmerzen sollst du deine Kinder gebären“ – ist in der modernen westlichen Gesellschaft Gott sei Dank völlig überholt. Der Übergang der Menstruation von einem natürlichen Ereignis zu einem schmerzhaft besetzten, also krankhaften Prozess, ist fließend. Die Kunst des begleitenden Arztes besteht darin, den Prozess der normalen Menstruation von einer bereits vorliegenden, Schmerzen verursachenden krankhaften Veränderung zu unterscheiden.

Starke Regelschmerzen abklären lassen

Bereits bei den ersten Untersuchungen kann der Frauenarzt das junge Mädchen von dem natürlichen Prozess der Menstruation überzeugen und diese positiv bewerten. Wird die Menstruation schmerzhaft erlebt, gilt es zunächst krankhafte organische Veränderungen auszuschließen. Lange Regelintervalle mit darauffolgenden starken und langanhaltenden Blutungen lassen auf eine hormonelle Ursache schließen. Bei sehr starken Blutungen gilt es, krankhafte Veränderungen der Gebärmuttermuskulatur, die die Blutstillung beeinflusst, auszuschließen. In erster Linie sind dies gutartige Muskelgeschwülste (Myome), die speziell in der späten Geschlechtsreife gehäuft auftreten.

Kann die Gebärmutter ihre Schleimhaut nicht regelrecht abstoßen, so kommt es nicht nur zu einer Blutung in die Scheide, sondern auch zu einer zurückgerichteten (retrograden) Blutung durch die Eileiter in die Bauchhöhle. Hierdurch kann sich Schleimhaut in der Bauchhöhle festsetzen und jedes Monat wie die Gebärmutterschleimhaut mitbluten, eine Endometriose entsteht.

Konservative Behandlung

Diese organischen Veränderungen gilt es durch den Frauenarzt zu diagnostizieren. Liegen solche Veränderungen vor, so muss nicht sofort ein operativer Eingriff zur Behandlung durchgeführt werden. Heute steht eine Reihe von konservativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben der Verhütungspille, die auch durchgenommen werden kann (Langzykluseinnahme), Verhütungsring, 3-Monats-Spritze, Implantatstäbchen, kann auch eine in die Gebärmutter gelegte Hormonspirale die Blutung deutlich abschwächen und so die Menstruationsbeschwerden weitgehend lindern. Eine operative Behandlung ist erst als zweiter Schritt bei Versagen dieser Methoden angezeigt.

Operation in der Privatklinik Villach

Nach Beratung und Behandlung durch Ihren Frauenarzt steht die gynäkologische Abteilung der Privatklinik Villach mit Prim. Dr. Othmar Kandolf und OA Dr. Klaus Unterrieder jederzeit zur Zweitmeinung bzw. zur Planung von operativen Behandlungsschritten zur Verfügung. 85 % der operativen Behandlungen können heute organerhaltend mittels Knopflochchirurgie durchgeführt werden, wobei die gynäkologische Abteilung der Privatklinik Villach ein Zentrum für knopflochchirurgische Eingriffe darstellt.

Mythos Menstruation - was stimmt wirklich?

Blutungen führen zu Eisenmangel

Stimmt. Gerade bei Frauen mit starker bis sehr starker Regelblutung kann es zu merkbarem Eisenmangel kommen. Eisen benötigt der Körper zum Aufbau von roten Blutkörperchen - ein Mangel führt unter anderem zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Frauen sind vor ihren Tagen schlecht gelaunt

Gut möglich. In der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus herrscht das Hormon Östrogen vor. In der zweiten Hälfte (nach dem Eisprung) überwiegt das Gelbkörperhormon Progesteron, das oft mit dem gefürchteten PMS in Verbindung gebracht wird.

Kurz vor der Periode nimmt zudem das Glückshormon Serotonin ab und führt bei manchen zu Übellaunigkeit. PMS lindern kann man übrigens mit gesunder Ernährung und körperlicher Betätigung.

Keinen Sport während der Periode

Falsch. Frauen können während der Regelblutung uneingeschränkt Sport machen. Bewegung kann bei Menstruationsbeschwerden oder Krämpfen sogar helfen - außerdem trägt sportliche Betätigung auch zur guten Laune bei.

Vor der Menstruation wiegt man mehr

Richtig. Wassereinlagerungen, ein aufgeblähter Bauch sowie ein verlangsamter Stoffwechsel führen bei vielen Frauen dazu, dass sich auf der Waage eine Gewichtszunahme von zwei bis vier Kilo bemerkbar macht. Auch hier hilft gesunde Kost - mit salzarmer Ernährung werden außerdem Wassereinlagerungen minimiert.

Kontakt

Abteilung für Gynäkologie in der Privatklinik Villach

Prim. Dr. Othmar Kandolf
Facharzt für Gynäkologie

OA Dr. Klaus Unterrieder
Facharzt für Gynäkologie

 

 

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