Behandlung von Krebserkrankungen

In der Behandlung von Krebserkrankungen werden zunehmend Alternativen zur Chemotherapie und der flächendeckenden Bestrahlung des betroffenen Gewebes eingesetzt. Diese in den letzten Jahren entwickelten Behandlungsmethoden zeigen große Wirkung mit zum Teil geringeren Nebenwirkungen.

Entstehung eines Tumors

Alle Zellen im menschlichen Körper haben eine begrenzte Lebenszeit, sterben ab und werden anschließend neu gebildet. Tumore entstehen, wenn im Zuge der laufenden Zellteilung Fehlschaltungen entstehen. Grundsätzlich erkennt der Körper diese Fehlbildungen und vernichtet diese. Ist jedoch dieses Kontrollsystem gestört, so bleiben diese Fehlbildungen der DNA bestehen und können zur Bildung von Tumoren führen.

Behandlung einer Krebserkrankung

Im Fall einer Krebserkrankung wird die Entscheidung und Wahl der geeigneten Behandlung nicht mehr von einem Arzt alleine getroffen. In einem Tumorboard werden maßgeschneiderte Therapiekonzepte für den Patienten entwickelt. Das Tumorboard ist in Österreich gesetzlich vorgeschrieben und besteht aus dem primär behandelnden Arzt, einem Chirurgen, Gynäkologen, Internisten, darüber hinaus einem internistischen Hämato-Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Radiologen.

Die personalisierte Krebstherapie

In den letzten Jahren hat sich die personalisierte Krebstherapie entwickelt. Sie lehnt an das Wissen an, dass nicht jeder Patient gleich gut auf eine Therapie anspricht und die Erkrankung bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Ursachen und Ausprägungen haben kann. Die Therapie wird sowohl nach Art und Stadium der Krebserkrankung als auch nach den individuellen Merkmalen des Tumors gewählt. Zusätzlich wird auf die genetischen Bedingungen und die körperlichen Gegebenheiten des Patienten Rücksicht genommen. Darauf abgestimmt, können hochwirksame und zielsichere Krebsmedikamente angewendet werden.

Gezielte Krebstherapie

Mit zielgerichteten Therapien wird direkt betroffenes Gewebe angegriffen.

Diese Therapien reagieren entweder auf spezifische Oberflächenstrukturen der Tumorzellen oder auf Fehlschaltungen, die durch Veränderungen am Tumor ausgelöst sind. Je nach Wirkstoff wird entweder die Krebszelle direkt angegriffen oder mit sogenannten small molecules direkt in den biologischen Prozess des Tumors eingegriffen, um das Wachstum zu blockieren.

Da diese Merkmale bei gesunden Zellen gar nicht oder kaum vorkommen, sind diese Therapien viel verträglicher.

„Diese gezielte Therapie ist eine Erfolgsgeschichte der Onkologie!“

Antikörpertherapie

Mit der Antikörpertherapie wird die Kraft des körpereigenen Immunsystems genützt. Antikörper erkennen und markieren Krebszellen oder greifen direkt in deren Versorgung ein.

Tumore haben die Fähigkeit, sich Tarnkappen aufzusetzen, die verhindern, dass das körpereigene Immunsystem die Tumore erkennt und bekämpft. Mit speziellen Antikörpern wird versucht, diese Tarnkappen zu entfernen.

Antigefäßzelltherapie

Die Antigefäßzelltherapie ist eine Methode, bei der die Ernährung des Tumors blockiert wird. Jeder Tumor muss ernährt werden, und das erfolgt durch die Bildung neuer Blutgefäße, der sogenannten Neoangiogenese. Mit Antikörpern kann diese geblockt und der Tumor mangels Sauerstoff und Nährstoffen aushungert werden.

Entwicklungen bei der Chemo- und Strahlentherapie

Flächendeckende Bestrahlungen, bei denen auch gesundes Gewebe geschädigt wird und starke Nebenwirkungen auftreten, werden heute nach Möglichkeit vermieden.

Darum werden Antikörper mit strahlenden Teilchen beladen, die in hoher Konzentration auf den Tumor wirken. Die Antikörper erkennen die Oberflächenstrukturen des Turmors und gelangen somit mit großer Sicherheit zum richtigen Zielort.

Steigende Überlebenszahlen

Der Einsatz moderner Maßnahmen, gemeinsam mit verbesserten Untersuchungsmethoden, die viele Tumoren früher entdecken, führt dazu, dass im Durchschnitt 50 % der Tumoren geheilt werden können. Dies hängt sehr stark vom Stadium ab. Werden Tumoren früher entdeckt, können sie bis zu 100 % geheilt werden. Zeitpunkt und Untersuchungsmethode sind somit entscheidend.

Trotzdem gibt es ein lebenslanges Risiko, dass sich im Laufe des Lebens andere Tumore entwickeln. Die Menschen werden älter, das Risiko steigt mit der Lebenszeit.

Irgendwann im Alter tritt eine Fehlschaltung ein, die nicht korrigiert werden kann, sodass sich ein Tumor entwickelt, wobei Tumoren unterschiedliche Altersmaxima haben. Im Durchschnitt ist das Risiko bei 60- bis 70-Jährigen besonders hoch.

„Immer mehr Menschen überleben ihren Tumor. Es ist wichtig, kämpferisch zu sein und nicht aufzugeben. Die Therapien werden immer individueller und immer gezielter.“

Weitere Informationen und Kontakt

Prim. Univ. Prof. Dr. Dietmar Geissler
Facharzt für Innere Medizin, Hämatoonkologie und Nephrologie
Leiter Onkologische Rehabilitation im Humanomed Zentrum Althofen

Lungenentzündung (Pneumonie)

Eine Lungenentzündung entsteht häufig in Anschluss an eine Grippe, Erkältung, Bronchitis oder im Rahmen einer chronischen Lungenkrankheit.

Mehr

Handchirurgie

Die Hand ist ein wichtiges Werkzeug, auf das wir tagtäglich angewiesen sind. Wenn die Hand nicht voll funktionsfähig ist, kann das den Alltag massiv beeinträchtigen.

Mehr

Schulterschmerz

Im Mittelpunkt einer korrekten Diagnostik des Schulterschmerzes steht ein ausführliches Patientengespräch. Die Schmerzlokalisation gibt bereits Hinweise auf mögliche Auslöser innerhalb der Schulter selbst oder auf mögliche Ausstrahlungsschmerzen.

Mehr

Schmerz nach der OP - muss das sein?

Durch immer bessere Operationsmethoden und Fortschritte in der begleitenden medikamentösen Schmerztherapie wird eine raschere Rekonvaleszenz und größeres Wohlbefinden für die Patienten erreicht.

Mehr