Sterilität und Endometriose

Sterilität und Endometriose sind zwei eng miteinander verbundene Erkrankungen, da die Endometriose neben hormonellen Ursachen und Entzündungen die häufigste Ursache der Unfruchtbarkeit ist.

Bei unerfülltem Kinderwunsch sollte zunächst eine männliche Ursache der Kinderlosigkeit ausgeschlossen werden. Wurden vom Frauenarzt entsprechende Voruntersuchungen durchgeführt und besteht der Verdacht auf eine organische mütterliche Ursache der Kinderlosigkeit, so sollte eine operative Abklärung erfolgen.

Die operative Behandlung der Sterilität beinhaltet zunächst eine Untersuchung der Gebärmutterhöhle mittels Gebärmutterspiegelung, um organische Veränderungen oder Fehlbildungen der Gebärmutterhöhle zu erkennen. Als zweiter Schritt wird in derselben Operation eine Bauchspiegelung durchgeführt. Gebärmutter und Eierstöcke bzw. Beckenorgane werden genauestens untersucht. Über die Gebärmutter wird ein Kontrastmittel in die Eileiter gespritzt und die Eileiterdurchgängigkeit geprüft.

Sind Verklebungen oder Vernarbungen der Eileiter vorhanden oder treten andere krankhafte Veränderungen auf, so können diese gelöst bzw. entfernt werden. Auch können die Eileiter bei einem etwaigen Verschluss eröffnet, sondiert und somit durchgängig gemacht werden.

Was ist eine Endometriose?

Die Endometriose ist eine oft unerkannte Erkrankung von Frauen in der Geschlechtsreife. Durch Fehlfunktion der Gebärmutter werden Gebärmutterschleimhautanteile bei der Regelblutung nicht nur in die Scheide ausgestoßen, sondern auch in entgegengesetzte Richtung über die Eileiter in die Bauchhöhle (retrograde Menstruation).

Die so in die Bauchhöhle gelangten Schleimhautinseln können sich dort einpflanzen und zu Endometrioseherden werden. Bei der Regelblutung kommt es nun auch zu Blutungen aus diesen Herden der Bauchhöhle, die Anlass zu starken Schmerzen geben können. Es entstehen Endometrioseknoten innerhalb der Gebärmutterwand (= innere Endometriose) bzw. Endometriosezysten der Eierstöcke. In schweren Fällen können Endometrioseknoten auch die Nachbarorgane Harnblase, Harnleiter und Darm befallen. Etwa 7 bis 15 % der Frauen sind von Endometriose betroffen.

Wie wird eine Endometriose diagnostiziert und behandelt?

Besteht durch starke bzw. schmerzhafte Blutungen der Verdacht auf Endometriose, so sollte diesem genauestens nachgegangen werden. Durch Tast- und Ultraschalluntersuchungen der von Endometriose am häufigsten betroffenen Areale, kann die Verdachtsdiagnose Endometriose erhärtet werden.

Endgültigen Aufschluss über das Vorliegen einer Endometriose ergibt jedoch die Bauchspiegelung. Hierbei können Endometrioseherde nicht nur erkannt , sondern auch durch die entsprechende Operation entfernt oder mittels Laser vaporisiert werden. Von entscheidender Bedeutung ist dabei das exakte Erheben von Beschwerden und Symptomen der Patientin vor der Operation.

Bestehen z. B. Darmsymptome wie Durchfall oder Blutauflagerungen am Stuhl während der Regelblutung, so muss bei der Operation exaktest auf einen möglichen Endometrioseherd der Darmwand geachtet werden. Das Verwenden spezieller Manipulatoren erlaubt eine exakte Beurteilung aller Organe im kleinen Becken und ermöglicht so das Erkennen versteckter Endometrioseherde, die dann operativ entfernt werden können. Durch entsprechende Ausstattung unseres OP-Saales stehen uns all diese Spezialinstrumente zur exakten Diagnose und Therapie zur Verfügung.

Ziel der Endometriosechirurgie ist es, möglichst alle für die Beschwerden verantwortlichen Endometrioseherde entfernen zu können und so weitestgehende Schmerzlinderung für die Patientin zu erzielen.

Über mögliche hormonelle Therapiemaßnahmen bzw. hormonelle Anschlusstherapien nach der Operation informiert der behandelnde Frauenarzt.

Kontakt und weitere Informationen

OA Dr. Klaus Unterrieder und Prim. Dr. Othmar Kandolf
Beide Facharzt für Gynäkologie
Privatklinik Villach

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