Dickdarmkrebs

Entstehung und Vorsorge

Der Großteil aller Karzinome des Dickdarms entwickelt sich im Laufe von 5 - 7 Jahren aus gutartigen Polypen/Adenomen (sogen. "Adenom-Karzinom-Sequenz"). Somit kann eine aktive Vorsorge mittels Vorsorge-Koloskopie alle 5 bis 7 Jahre ab dem 50. Lebensjahr gemacht werden. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, alle Polypen im noch gutartigen Stadium zu therapieren und so die Dickdarmkrebs-Häufigkeit zu senken.

Seltener entstehen Karzinome bereits früh aus kleinen flachen Polypen (flat adenoma), sodass hier kürzere Kontrollintervalle notwendig werden (1 - 2 Jahre).

Etwa 5 % der Dickdarmkarzinome haben eine genetische Ursache, an die man besonders denken muss, wenn eine familiäre Häufung vorliegt (mehr als 3 Erkrankte), Verwandte ersten Grades betroffen sind oder Karzinomfälle vor dem 50. Lebensjahr vorkommen. Dann sollte die erste Vorsorge-Koloskopie entsprechend früher erfolgen.

Auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn beinhalten ein erhöhtes Karzinomrisiko, sodass hier regelmäßige Kontrollen mit Biopsie erforderlich sind ("surveillance").

Koloskopie (Dickdarmspiegelung)

Um die Dickdarmschleimhaut gut beurteilen zu können, ist einen Tag vor der Untersuchung eine entsprechende Darmvorbereitung notwendig. Die modernen Entleerungsmittel sind geschmacklich akzeptabel und haben nur geringe Nebenwirkungen. Wir führen die Untersuchung selbstverständlich in Sedierung mit entsprechender Kreislauf- und Atmungsüberwachung durch, sodass exzellenter Patientenkomfort besteht.

Das Risiko einer schweren Komplikation - vor allem bei Abtragung von großen Polypen - ist sehr gering und liegt bei ca. 0,2 % (Darmdurchbruch, schwere Blutung). Immer ist eine Untersuchung des gesamten Dickdarms anzustreben, was auch in über 90 % der Fälle gelingt.

Gutartige Tumore (Polypen/Adenome)

Sie stellen eine häufige Colonerkrankung dar und betreffen 25 % unserer Bevölkerung ab dem 50. Lebensjahr. Sie können kugelig, gestielt oder rasenförmig sein und sind meistens symptomfrei. Das Wachstum erfolgt in der Regel langsam, ab einem Durchmesser von 2 – 3 cm steigt das Entartungsrisiko deutlich an. Diese Größe wird ca. nach 7 - 8 Jahren erreicht.

Die Therapie der Wahl ist die endoskopische Entfernung (Polypektomie) im Rahmen einer Koloskopie. Durch die histo-pathologische Untersuchung des Polypen wird schließlich der genaue Adenomtypus und sein Krebsrisiko festgelegt. Bei risikoreichen Adenomtypen, die bereits früh entarten können, sind entsprechend kürzere Intervalle zu empfehlen.

Mit zunehmendem Durchmesser oder besonderer Lage eines Adenoms ist eventuell eine endoskopische Entfernung nicht möglich oder zu risikoreich. Dann ist auch bei Gutartigkeit die chirurgische Resektion des betroffenen Darmsegmentes notwendig, was heute meist in laparoskopischer Technik möglich ist.

Frühkarzinom

In einem Teil der abgetragenen Adenome entdeckt der Pathologe bereits kleine Karzinomanteile. Die endoskopische Polypektomie ist in solchen Fällen dann ausreichend, wenn der Polyp im Gesunden abgetragen wurde, wenn die Karzinomzellen nicht in Blut- oder Lymphgefäße einbrechen und kein unreifer (= aggressiver) Zelltypus vorliegt.

Selbstverständlich muss in diesem Falle eine engmaschige Kontrolle des Patienten erfolgen.

Wenn jedoch die genannten Kriterien nicht erfüllt werden, besteht die Indikation zum operativen Vorgehen, wie bei jedem anderen Karzinom.

Colorektales Karzinom (CRC)

Wird bei einer Koloskopie ein eindeutiges Karzinom entdeckt, sollte die Diagnose durch Biopsien aus dem Tumor gesichert werden. Das Tumorstadium wird definiert durch die Größe des Tumors, die Infiltrationstiefe in die Darmwand und das eventuelle Vorliegen von Lymphknoten oder Fernmetastasen (v. a. Leber). Dazu sind sogenannte "staging-Untersuchungen" (CTThorax und Bauch) erforderlich, das endgültige Stadium ergibt sich aus dem histopathologischen Befund des Darmresektates (TNM-Stadium).

Das Prinzip der Tumor-OP am Dickdarm ist die komplette Tumorresektion mit zugehörenden Lymphknoten und Wiederherstellung der Darmpassage durch eine Darmnaht (Anastomose). Die Operation stellt die Hauptsäule der Therapie dar. In vielen Fällen - vor allem bei Tumoren der linken Colonhälfte - ist dies heute in laparoskopischer Technik möglich. Dabei wird die Bauchhöhle mit CO2 gefüllt und über OP-Röhrchen (Trokare) minimal invasiv und video-gestützt operiert. Ein großer Bauchschnitt wird so vermieden, der Vorteil für den Patienten liegt in der geringeren Schmerzbelastung, der rascheren Erholung und dem geringen Risiko eines Narbenbruches oder Verwachsungen.

Eine Besonderheit stellt das Karzinom des Mastdarms (Rektumkarzinom) dar: dieser Tumor ist aufgrund seiner Lage im Becken einer Bestrahlung zugänglich, sodass ab einer gewissen Infiltrationstiefe heute eine präoperative Strahlentherapie angezeigt ist.

In ca. 85 % der Mastdarmkarzinome kann der Schließmuskel erhalten werden, nur wenn der Tumor zu knapp an den Sphinkter heranreicht oder gar betrifft, ist ein dauerhafter künstlicher Darmausgang notwendig. Bei allen anderen Dickdarmkarzinomen ist dies selbstverständlich nicht der Fall!

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Wolfgang Schweiger
Facharzt für Chirurgie, Gefäß- und Viszeralchirurgie
Privatklinik Villach

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