Stoffwechsel Rehabilitation

„Es gibt nur zwei Dinge, die du falsch machen kannst: aufhören oder gar nicht erst anfangen!“ Prim. Dr. Kinsky-Sapetschnig

Prim. Dr. Kinsky-Sapetschnig hat mit Juli 2017 die Leitung der Stoffwechsel Rehabilitation in Althofen übernommen. Wir haben mit ihr über die Voraussetzungen und Ziele einer erfolgreichen Rehabilitation gesprochen.

Viele Leser können sich unter einer Rehabilitation für den Stoffwechsel wenig vorstellen. Was passiert also, wenn unser Stoffwechsel nicht mehr richtig funktioniert?

Kinsky-Sapetschnig: Der Stoffwechsel bildet die Grundlage für alle wichtigen Funktionen im menschlichen Körper. Stoffwechselstörungen können daher zu einer Reihe von Problemen führen, wodurch dem Organismus entweder wichtige Stoffe abhanden kommen oder zu viele davon produziert werden. In beiden Fällen gerät der Körperkreislauf aus dem Gleichgewicht, sodass es zu vielfältigen Erkrankungen, wie Diabetes mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck, Erhöhung der Blutfette, Gicht, Störungen der Schilddrüsenfunktion und deren Folgeerscheinungen kommen kann.

Laut Schätzungen der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) leiden derzeit weltweit 415 Millionen Menschen an Diabetes, wobei sich in den letzten 20 Jahren die Zahl der Betroffenen verdoppelt hat, sodass Diabetes mittlerweile eines der größten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts darstellt.

In Österreich gibt es rund 600.000 Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, wovon 85-90 % Typ-2-Diabetiker sind. Auslöser dafür sind zumeist reduzierte körperliche Aktivität und zu energiereiche Ernährung neben genetischen Faktoren, individuellem Verhalten sowie gesellschaftlichen Ursachen. An Typ-1-Diabetes leiden in Österreich etwa 30.000 Menschen, davon etwa 3.000 Kinder und Jugendliche.

Bereits 50-60 % aller Österreicher sind zumindest übergewichtig - mit steigender Tendenz und starkem Ost-West-Gefälle.

Wann wird eine stationäre Rehabilitation empfohlen?

Ein stationärer Aufenthalt eignet sich vor allem für jene Ziele, die nicht in kurzer Zeit realisiert werden können. Hierzu zählen neben Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion die Einstellung des Blutzuckers oder des Blutdrucks.

Einige wissenschaftliche Studien zeigen, dass mit Ernährungskonzepten alleine nur vorübergehend eine Stabilisierung der Stoffwechselsituation erreicht werden konnte. Daher ist es umso wichtiger, Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und/oder metabolischem Syndrom zu einem strukturierten Bewegungsprogramm zu motivieren, um einerseits die Stoffwechselparameter positiv zu verändern und andererseits die körperliche Beweglichkeit und Fitness zu erhöhen.

Wann wird eine stationäre Rehabilitation empfohlen?

Ein stationärer Aufenthalt eignet sich vor allem für jene Ziele, die nicht in kurzer Zeit realisiert werden können. Hierzu zählen neben Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion die Einstellung des Blutzuckers oder des Blutdrucks.

Einige wissenschaftliche Studien zeigen, dass mit Ernährungskonzepten alleine nur vorübergehend eine Stabilisierung der Stoffwechselsituation erreicht werden konnte. Daher ist es umso wichtiger, Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und/oder metabolischem Syndrom zu einem strukturierten Bewegungsprogramm zu motivieren, um einerseits die Stoffwechselparameter positiv zu verändern und andererseits die körperliche Beweglichkeit und Fitness zu erhöhen.

Was sind Ihre Ziele in der Stoffwechsel Rehabilitation?

Das Ziel der Stoffwechsel Rehabilitation soll nicht nur die Wiedererlangung der körperlichen Gesundheit sein, sondern auch der Beginn einer konstanten Verbesserung der individuellen Lebensqualität durch Schulungen zur Kompetenzsteigerung im Umgang mit der Erkrankung. Auch der Erstellung und Einleitung weiterführender, insbesondere auch langfristiger Therapiekonzepte kommt eine bedeutende Rolle zu. Zu guter Letzt ist auch das Vermeiden und Vermindern der Pflegebedürftigkeit ein wichtiges Thema.

Konkret sieht das Programm der Rehabilitation nach einer umfassenden medizinischen Eingangsuntersuchung ein vielfältiges Programm vor, mit aktiven Therapien und Schulungen.

Schwerpunkte unseres Rehabilitationskonzeptes sind neben einer Optimierung der medikamentösen Therapie, Schulungen im diabetologischen und diätetischen Bereich inklusive Lehrküche, psychologische Beratungen und vor allem bewegungstherapeutische Maßnahmen. Eine Mischung aus aerobem Ausdauertraining und Krafttraining kann zu einer weiteren Verbesserung des Energiestoffwechsels, zu einer Reduktion des Fettanteils und zu einer positiven Beeinflussung des Blutdruckes führen. Damit können die Prävention und die Therapie positiv beeinflusst werden, aber auch das Entstehen und Fortschreiten von kardiovaskulären Spätveränderungen verzögert bzw. verhindert werden.

Welche Zielsetzungen gibt es für die Zukunft?

Ein wichtiger Fokus wird zukünftig in der Einstellung von Diabetikern auf Insulinpumpen und glucosesensorunterstützten Systemen liegen. Diese Therapieformen stellen die zurzeit physiologischste Form der Insulinzufuhr dar und sind daher geeignet, nicht nur eine HbA1C-Wert-Verbesserung, sondern auch eine Abnahme der Häufigkeit von Hypoglykämien sowie geringere Glucoseschwankungen zu gewährleisten und damit die Lebensqualität der Patienten langfristig zu verbessern.

Auch Typ-1-Diabetes Turnusse für junge Erwachsene (ab 18 Jahren) sind in Planung, die in einem sicheren Umfeld Erfahrungen mit Bewegung und Ernährung sammeln können. Ein großes Anliegen ist uns wie bisher die gute Zusammenarbeit mit Stoffwechsel- und Diabetesambulanzen sowie niedergelassenen Ärzten, um unseren Patienten eine optimale Weiterbetreuung sichern zu können.

Zur Realisierung dieser Ziele steht in der Stoffwechsel Rehabilitation des Humanomed Zentrums Althofen ein engagiertes und professionelles Team aus Fachärzten, Pflegefachkräften, Diabetesberatern, Diätologen, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern, Psychologen und Fußpflegern zur Verfügung.

Unsere Stoffwechsel Rehabilitation richtet sich vor allem an Patienten mit:

  • Zuckererkrankungen (Diabetes mellitus) aller Art (mit/ohne Insulintherapie, mit/ohne Übergewicht, mit/ohne Komplikationen, wie z. B. Nierenschwäche, Bluthochdruck, Herzschwäche, nach Herzinfarkt etc.)
  • Zuckererkrankungen nach Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Zuckererkrankungen medikamentös bedingt (z. B. Cortison, ...)
  • Patienten mit einer Risikokonstellation einzelner Stoffwechselparameter, wie Übergewicht, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck, Vorstufen einer Zuckererkrankung (Metabolisches Syndrom)
  • Übergewichtige Patienten mit oder ohne zusätzlichen Risikofaktor, wie z. B. Nikotinkonsum

Kontakt

Prim. Dr. Caterina Kinsky-Sapetschnig
Ärztin für Innere Medizin
Stoffwechsel Rehabilitation
Humanomed Zentrum Althofen

 

 

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