Tennisellbogen

Der Begriff Tennisellbogen ist in der Bevölkerung durchaus bekannt, und dies unterstreicht die Häufigkeit dieser Erkrankung. Bei 2 % der Gesamtbevölkerung tritt das Krankheitsbild im Laufe des Lebens – meist im Alter zwischen 35 und 50 Jahren – auf. Auch Medizinern ist die Erkrankung schon lange bekannt. Sie wurde erstmalig 1882 im Lancet beschrieben.

Symptome und Ursachen

Betroffene klagen über Schmerz und Druckschmerz an der Außenseite des Ellbogens mit Verstärkung bei Streckung des Handgelenkes und Faustschluss.

Die Erkrankung kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Der Amerikaner Dr. Robert Nirschl hat sich mit dem Krankheitsbild über Jahrzehnte intensiv auseinandergesetzt. Er unterscheidet drei Stadien:

Stadium 1: Hier treten leichte stechende Schmerzen nach starken Belastungen auf.

Stadium 2: ist gekennzeichnet durch starken Schmerz während einer Belastung und Besserung durch Schonung.

Im Stadium 3: treten auch Ruhe- und Nachtschmerzen auf.

Nur etwa 5 % der Erkrankten sind tatsächlich Tennisspieler. Andere Sportarten mit gehäuftem Auftreten sind z. B. Fechtsport, Schwimmen – jede Form von wiederholter Überlastung der Unterarmmuskulatur – so vor allem auch bei Handwerkern.

Auch scheinbare Bagatellbelastungen wie vermehrtes Händeschütteln bei z. B. Politikern können die Erkrankung auslösen.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, dass es sich um eine Entzündung des Sehnengewebes handeln würde. Tatsächlich findet sich in dem erkrankten Sehnenabschnitt eine Art verändertes Narbengewebe ohne nachweisbare Entzündungszellen.

Diagnostik

Obwohl das Krankheitsbild scheinbar typisch und auch für Laien leicht erkennbar ist, empfiehlt sich auf alle Fälle eine orthopädische Untersuchung, da auch Erkrankungen der Halswirbelsäule, des Bandapparates oder Schäden an peripheren Nerven ähnliche Symptome auslösen können.

Im Zweifelsfall wird auch eine Kernspintomographie notwendig.

Therapie

Die Vielzahl der angebotenen therapeutischen Maßnahmen unterstreicht nur, wie schwierig das Krankheitsbild – vor allem bei chronischen Verläufen – zu behandeln ist. Umso wichtiger ist die Vorbeugung und rasche Behandlung von Anfangsstadien.

Als Basistherapie wird eine Stressreduktion für die Muskulatur, z. B. durch Ellbogenbandagen (Braces), empfohlen – welche die Belastung der erkrankten Sehne reduzieren. Bei Tennisspielern hilft die Verwendung der richtigen Griffstärke des Schlägers.

Ein wichtiger therapeutischer Baustein sind physikalische Therapien wie Massagen (auch durch den Patienten selbst) sowie spezielle Dehnungs- und Kräftigungsbehandlungen. Ultraschall-Behandlungen und Elektrotherapie können zur Linderung beitragen.

Weitere häufig angewandte Maßnahmen

  • Einspritzungen mit Kortison: Meist nur kurze Wirkdauer (Wochen), mögliche Komplikationen sind bleibende Sehnenschäden und Hautveränderungen.
  • Einspritzungen mit Eigenblut (platelet rich plasma): Keine anhaltende Wirkung nachgewiesen.
  • Einspritzungen mit Botox: Fehlende Langzeitwirkung, mögliche Nebenwirkungen.
  • Stoßwellenbehandlung: In kontrollierten Studien keine anhaltende Wirksamkeit nachgewiesen.

Operation

Bei anhaltenden Schmerzen nach konsequenter Therapie über sechs bis zwölf Monate kann eine operative Intervention mit Entfernung des erkrankten Sehnengewebes in über 90 % der Fälle anhaltende Abhilfe schaffen. Es handelt sich um einen kleinen operativen Eingriff, da das erkrankte Gewebe sehr oberflächlich liegt.

Postoperative Therapie

Mit Muskelaufbautraining kann in aller Regel nach drei Wochen begonnen werden. Auch sportliche Belastungen des Ellbogens sind bei einem Großteil der Patienten nach dem Eingriff wiederum möglich.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Helmut Emser
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
Privatklinik Villach

Natürliche Düfte mit Wirkung

Aromapflege in der Privatklinik Villach

Mehr

Altersgerechte Medizin

Die optimale medizinische Betreuung für ältere Menschen ist das Ziel der altersgerechten Medizin, die mit dem medizinischen Zusatzfach Geriatrie abgedeckt wird.

Mehr

Zysten der Bauchorgane - was tun?

Zysten sind flüssigkeits- oder schleimgefüllte Hohlräume mit membranartiger Wand. Sie werden häufig zufällig im Rahmen von CT- oder und MRT-Untersuchungen des Bauchraumes erkannt.

Mehr

Stoffwechsel Rehabilitation

Der Stoffwechsel bildet die Grundlage für alle wichtigen Funktionen im menschlichen Körper. Stoffwechselstörungen können den Körperkreislauf aus dem Gleichgewicht bringen und zu vielfältigen Erkrankungen führen.

Mehr