Rückoperation nach Samenleiterdurchtrennung

Manche Männer haben jedoch nach einer Sterilisation einen erneuten Kinderwunsch. Durch eine Refertilisierung (Rückoperation bzw. Vasovasostomie) kann die Durchgängigkeit der Samenleiter wiederhergestellt werden und somit eine natürliche Zeugung folgen.

Die Methode der ICSI (Künstlichen Befruchtung) wird seit 1992 durchgeführt und vielfach als Alternative zur Refertilisierungs-Operation (Rückgängigmachen der Vasektomie) gesehen. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Daten belegt allerdings, dass eine Refertilisierungs-Operation der weitaus kostengünstigere Weg ist, um eine Familie zu gründen. Die Kosten der ICSI sind in der Regel doppelt so hoch wie die Kosten einer Refertilisierungs-Operation – die ICSI ist allerdings keineswegs doppelt so effektiv (30-40 %). Die Erfolgsquote der Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Samenleiter liegt bei einer Refertilisierungs-Operation bei über 90 Prozent.

Ein Fallbeispiel:

Ein 46-jähriger Mann kommt im Beisein seiner Ehefrau in die Ordination zur Beratung, nachdem vor einem Jahr ihr gemeinsamer Sohn im Alter von 5 Jahren auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Der Mann ließ sich vor 2 Jahren vasektomieren (die Samenleiter durchtrennen), nachdem der Kinderwunsch für beide abgeschlossen war.

Eine künstliche Befruchtung mittels kryokonservierten Spermien bzw. durch eine operative Gewinnung von Spermien aus dem Hoden sind die Alternativen. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile, über die in der Sprechstunde individuell beraten wird.

Vasovasostomie (Verbindung der Samenleiter)

Unerfüllter Kinderwunsch ist in ca. 40-50 % der Fälle durch einen männlichen Faktor bedingt, der nur zu einem geringen Prozentsatz kausal behandelt werden kann.

Wesentliche Fortschritte der Reproduktionsmedizin haben jedoch die therapeutischen Möglichkeiten kinderloser Paare enorm verbessert, wodurch schon mit wenigen lebenden Samenzellen in vielen Fällen erfolgreich eine Schwangerschaft und erzielt werden kann.

In Deutschland lassen zwischen drei und vier Prozent der sterilisierten Männer diesen Eingriff wieder umkehren. Das entspricht etwa 1500 und 2000 Vasovasostomien im Jahr. Die Zahlen in Österreich sind nicht bekannt. Die Durchgängigkeit der Samenleiter wird in bis zu 90 Prozent der Operationen wieder erfolgreich hergestellt. Eine Schwangerschaft kann bei 50 bis 70 Prozent der Paare gemeldet werden. Mit ausschlaggebend für eine Schwangerschaft im Anschluss an die Vasovasostomie ist das Alter und die Fruchtbarkeit der Frau, die Spermienqualität des Mannes sowie die praktische Erfahrung des Urologen sowie des Mikrochirurgen.

Präziser chirurgischer Eingriff

Die mikrochirurgische Refertilisierung ist nur für sehr wenige Operateure ein Routine-Eingriff. Erfahrung, technische Knowhow, Versiertheit und die Operations-Routine und -Häufigkeit sind entscheidende Faktoren für den Erfolg der Operation.

Sind im Spermiogramm Spermatozoen nachweisbar, wird dieses als positiv gewertet. Die guten Resultate der Vasovasostomie mit einer Schwangerschaftsrate von 45-75 % sind deutlich höher als jene der ICSI mit testikulären Spermien (Schwangerschaftsrate von 25-45 %).

Die postoperativen Komplikationsraten der epididymalen oder testikulären Spermiengewinnung sind gleich mit jenen der Rekonstruktion und liegen bei 100 Eingriffen unter 2 %.

Absolute Spezialisten sind natürlich teurer als Generalisten, die den Eingriff nur gelegentlich durchführen, um ihr Portfolio zu erweitern. Lassen Sie sich dennoch bei der Wahl des Operateurs von der Expertise und Erfolgsquote des Operateurs leiten und nicht vom Preis des Eingriffs. Andernfalls riskieren Sie, dass die Operation nicht zum gewünschten Erfolg führt. Sie sollten mit Bedacht wählen, wem Sie sich und Ihren Kinderwunsch anvertrauen.

Ist eine Allgemeinnarkose notwendig?

Die Operation kann in Allgemeinnarkose oder Lokalanästhesie (sie kommen mit dem Arzt in die Klinik und verlassen mit ihm gemeinsam diese nach ca. 2 Stunden) durchgeführt werden.

Welche Risiken und Komplikationen können durch die Operation entstehen?

Nach der Operation kommt es selten zu Komplikationen. Neben einer Nachblutung mit Bildung eines Blutergusses und Schwellung des Hodensackes ist vor allem eine Infektion des Nebenhodens zu nennen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten einer Refertilisierung werden von der Sozialversicherung nicht übernommen und müssen vom Patienten getragen werden.

Was ist nach der OP zu bedenken?

Schonung für ein bis zwei Tage (kein Vollbad, kein starkes Schwitzen etc.). Vollbelastung nach Selbstauflösung der Hautnähte (Training, Sport und auch Sex). Eine Kontrolle der Samenqualität kann 3 Wochen nach der OP durchgeführt werden.

Die Vasovasostomie wird von Dr. Peter Sternig und Dr. Heinz Bürger in der Privatklinik Maria Hilf durchgeführt ...

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Peter Sternig
Facharzt für Urologie

Dr. Heinz Bürger
Facharzt für Unfallchirurgie

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