Behandlung von Zysten

Zysten werden häufig zufällig im Rahmen von CT- oder und MRT-Untersuchungen des Bauchraumes erkannt. Häufig wird dabei in keiner Weise auf eventuelle therapeutische Konsequenzen eingegangen, der Patient fühlt sich jedoch verunsichert.

Was sind Zysten?

Im Allgemeinen handelt es sich bei Zysten um flüssigkeits- oder schleimgefüllte Hohlräume mit membranartiger Wand. Die Einteilung der Zysten erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien.

Nach Entstehung:

Prinzipiell gibt es angeborene, genetisch bedingte Zysten und erworbene Zysten, die erst im späteren Lebensalter entstehen.

Nach betroffenem Organ:

Das ist ein ganz wichtiges Kriterium, da zum Beispiel die allermeisten Nieren- und Leberzysten angeboren und gutartig sind, während Zysten der Eierstöcke oder der Bauchspeicheldrüse einer Abklärung bedürfen, da hier gehäuft zystische Tumore vorkommen.

Nach Aussehen in der Bildgebung:

Gutartige, angeborene Zysten zeichnen sich üblicherweise durch eine dünne, scharf begrenzte Wand aus und zeigen einen homogenen Inhalt mit niedrigen Dichtewerten in der CT-Dichtemessung. Man bezeichnet diese Konstellation auch als „unkomplizierte Zyste“.

„Komplizierte Zysten“ hingegen zeigen knotenförmige Wandverdickungen, unscharfe Begrenzung, in das Zystenlumen vorwachsende Formationen oder hohe Dichtewerte des Inhaltes. In diesem Fall ist immer eine weitere Abklärung zum Ausschluss eines zystischen Tumors notwendig.

Nach Wachstumsverhalten und Biologie:

Angeborene, gutartige Zysten zeigen üblicherweise ein langsames Wachstum über Jahre, können aber dennoch im Laufe des Lebens beträchtliche Größe erreichen. Werden Nachbarorgane verdrängt oder eingeengt, kann dann trotz Gutartigkeit eine Therapie notwendig werden.

Zystische, erworbene Tumore hingegen zeigen meist ein rascheres Wachstum und erfordern sehr häufig eine chirurgische Behandlung.

Verlaufsbeobachtung und Therapie

Werden Zysten diagnostiziert, wird deren Verlauf unter Berücksichtigung der oben genannten Kriterien beobachtet, da im Anfangsstadium einer Zyste mit geringem Durchmesser eine exakte Klassifikation oft nicht möglich ist.

Ergänzend zur Bildgebung mit CT/MRT erfolgt zusätzlich eine Bestimmung von Tumormarkern im Blut, eventuell eine Feinnadelpunktion der Zyste mit Untersuchung des Zysteninhaltes auf Tumorzellen, Tumormarkern oder auch genetische Typisierung des Schleimes.

Im Rahmen einer interdisziplinären Konferenz (mit Radiologe, Internist, Viszeralchirurg, Gynäkologe oder Urologe – je nach Organ) wird das Krankheitsbild besprochen und eine Therapieempfehlung abgegeben.

Zysten der Bauchorgane

Im Folgenden werden zystische Läsionen der Bauchorgane (ohne weibliche Genitale, ohne Urogenitaltrakt) näher beschreiben.

Leberzysten

Die Leber ist sehr häufig von harmlosen, angeborenen, unkomplizierten Zysten betroffen, welche keiner Therapie bedürfen. Ab einer Größe von 10 cm können jedoch Nachbarorgane (z. B. Magen) verdrängt werden und zu Symptomen führen. In diesem Fall muss die Zyste in laparoskopischer Technik, durch eine Fensterungs-OP, entfernt werden. Seltener wird die Leber durch viele  Zysten zu einer „Zystenleber“ deformiert, wo dann multiple Fenestrierungen vorgenommen werden müssen.

Weitere zystische Läsionen sind isolierte Gallengangszysten vor oder auch sackartige, multiple Erweiterungen der Gallengänge (Caroli-Syndrom). Wesentlich seltener sind schleimproduzierende Karzinome der Gallenwege.

Zysten der Bauchspeicheldrüse

Im Gegensatz zur Leber sind angeborene Zysten der Bauchspeicheldrüse selten, meist handelt es sich um erworbene Zysten. Biologisch gutartig sind die sogenannten „Pseudozysten“, die einen Restzustand nach Pankreatitis oder Bauchtrauma darstellen. Wegweisend für die Diagnose dieses Zystentyps ist die genaue Erhebung der Vorgeschichte des Patienten. Nur bei Symptomen (meist ab 5 cm) oder unsicherer Diagnose ist ein chirurgisches Vorgehen notwendig.

Alle anderen zystischen Läsionen des Pankreas OHNE vorherige Pankreatitis oder Bauchtrauma müssen von vornherein als zystische Tumore eingestuft werden, wobei man gutartige Adenome, grenzwertige mit Entartungsgefahr (borderline-Tumore) und bösartige Karzinome unterscheidet.

Hier gelten eine Größe über 3 cm, nachweisbare Verbindung zum Hauptgang oder seine Aufstauung sowie tumoröse Wandverdickung als dringend verdächtig. Dann ist in der Regel die Notwendigkeit einer Pankreasteilresektion gegeben.

Peritonealzysten (Bauchfellzysten)

Unsere Bauchhöhle wird von einer tapetenartigen Membran, dem Bauchfell ausgekleidet und kann Grundlage für Zysten bilden. Auch hier kommen angeborene und erworbene Zysten vor, die als Folgezustand von Erkrankungen der Bauchhöhle zu werten sind (Vor-OP, Trauma, Entzündung). Sie stellen oft einen Zufallsbefund dar und können wieder durch ihre Größe Symptome verursachen. Dann ist die laparoskopische Entfernung oder Fensterung die Therapie der Wahl.

Lymphzysten/Lymphocele

Entlang der großen Becken- und Bauchgefäße liegt eine Kette von Lymphknoten und Lymphgefäßen. Insbesondere nach größeren Tumoroperationen mit Lymphknotenentfernung kann es zu zystenartigen Aufstauungen kommen, den sogenannten Lymphocelen. Wesentlich seltener sind angeborene Lymphocelen (ohne Vorgeschichte), die allerdings beträchtliche Ausmaße annehmen können. Bei Verdrängungssymptomen besteht dann wiederum die Indikation zum operativen Vorgehen.

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Wolfgang Schweiger
Facharzt für Chirurgie, Gefäß- und Viszeralchiururgie
Chirurgie der Privatklinik Villach

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