Die Möglichkeiten der Interventionellen Radiologie in der Privatklinik Maria Hilf

Die Radiologie ist heute weit mehr als reine Bilddiagnostik. Aus ihr hat sich ein therapeutisch aktives Fachgebiet entwickelt: die Interventionelle Radiologie. Sie nutzt Verfahren wie Röntgen, CT und Ultraschall nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur gezielten minimalinvasiven Behandlung verschiedenster Erkrankungen.

Anstelle großer Operationen kommen feine Katheter, Nadeln und Drähte über millimeterkleine Zugänge zum Einsatz – für präzise Eingriffe mit geringem Risiko, weniger Schmerzen und schnellerer Genesung.

Präzision im Dienste der Gefäße

Ein Schwerpunkt der Interventionellen Radiologie ist die Behandlung von Gefäßerkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Aneurysmen oder Gefäßverschlüssen. Mit modernster Bildgebung können Engstellen, Erweiterungen oder Blutungen millimetergenau erkannt und behandelt werden, oft ohne eine klassische Operation.

Aufdehnung verengter Gefäße

Bei der perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA) wird ein Katheter mit Ballon über die Leiste bis zur Gefäßengstelle geführt. Unter Röntgenkontrolle weitet der Ballon das Gefäß, oft ergänzt durch einen Stent, der das Gefäß offen hält. Die minimalinvasive Methode ist Standard bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und ermöglicht eine schnelle Mobilisierung ohne OP.

Zeitbombe im Gefäß: Aneurysmen

Auch bei Aneurysmen, insbesondere in der Aorta, bietet die Interventionelle Radiologie lebensrettende Optionen. Über kleine Einstiche werden Stentgrafts eingesetzt, die das Gefäß abdichten und das Aneurysma ausschalten. Die minimalinvasive EVAR senkt die Sterblichkeit und ersetzt oft große Operationen. Neben den Gefäßen lassen sich auch andere Organe gezielt behandeln.

Hilfe bei vergrößerter Prostata

Die Embolisation der Prostataarterie (PAE) ist ein modernes, minimalinvasives Verfahren zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH). Über einen feinen Katheter werden kleine Kunststoffkügelchen in die Prostatagefäße eingebracht, um die Durchblutung zu reduzieren. So schrumpft das Gewebe und Beschwerden wie häufiger Harndrang bessern sich. Der Eingriff erfolgt ohne Schnitt, die Potenz bleibt erhalten, der Aufenthalt ist kurz.

Behandlung akuter Blutungen

Eine entscheidende Rolle spielt die Interventionelle Radiologie auch bei der Behandlung akuter innerer Blutungen, etwa nach Unfällen, Operationen oder Magen-Darm-Blutungen. Unter Röntgenkontrolle wird über die Leiste ein Katheter bis zur Blutungsquelle geführt. Dort verschließen kleine Partikel, Coils oder Klebstoffe gezielt das Gefäß. So lässt sich die Blutung ohne Operation stoppen – ein präzises, lebensrettendes Verfahren.

Für Frauen: Uterusmyom-Embolisation

Die Uterusmyom-Embolisation (UAE) ist eine schonende, minimalinvasive Alternative zur Operation bei Myomen, sprich gutartigen Muskelknoten der Gebärmutter, die Blutungen, Schmerzen oder Druckgefühle verursachen können. Über einen Katheter werden winzige Kügelchen in die Gefäße des Myoms eingebracht, die Durchblutung wird gestoppt und das Myom verkleinert (Abb. 1). Der Eingriff dauert meist unter einer Stunde, erfolgt ohne Schnitt und erhält die Gebärmutter.

Interventionelle Schmerztherapie

Auch bei Rückenschmerzen kann die Interventionelle Radiologie helfen. Bei Wurzelblockaden werden unter CT-Kontrolle gezielt Medikamente in die schmerzverursachenden Nervenwurzeln injiziert. Beschwerden lassen sich so präzise lindern, oft mit sofort spürbarer Besserung. Besonders bei Bandscheibenvorfällen ist dies eine effektive, minimalinvasive Alternative zur Operation.

Zielgerichtete Diagnostik: die Gewebebiopsie

Die Interventionelle Radiologie ermöglicht durch bildgesteuerte Biopsien eine präzise Diagnose ohne Operation. Unter CT- oder Ultraschallkontrolle wird mit einer feinen Nadel millimetergenau Gewebe entnommen, etwa aus Leber, Lunge, Niere oder Lymphknoten. So können bei Tumorverdacht die Art und Ausbreitung der Erkrankung sicher bestimmt werden. Die Patienten profitieren von der schonenden Methode, kurzen Eingriffszeiten und einer schnellen Erholung.

Der Patient im Mittelpunkt

Die Behandlungen erfolgen stets nach interdisziplinärer Besprechung mit den klinischen Partnern der jeweiligen Fachgebiete. So wird individuell und unter Berücksichtigung internationaler Standards die bestmögliche Therapieoption evaluiert. Vor jedem Eingriff wird der Patient exakt über den Ablauf aufgeklärt.

Die Zukunft ist minimalinvasiv

Die Interventionelle Radiologie verbindet modernste Bildgebung mit technischer Präzision und ersetzt zunehmend klassische Operationen. Das bringt klare Vorteile: weniger Schmerzen, kürzere Aufenthalte und eine schnellere Rückkehr in den Alltag. Ob bei Gefäßverengungen, chronischen Schmerzen, Prostatavergrößerungen, Myomen, akuten Blutungen oder Aneurysmen – interventionelle Radiologen wirken oft im Hintergrund, aber mit großer Wirkung. Ihre Arbeit steht für die Medizin der Zukunft: präzise, schonend und lebensrettend.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Johannes Haller
Facharzt für Radiologie, EBIR
MRCT-Institut Maria Hilf
E: johannes.haller@mrct-mariahilf.at

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