Blasenkrebs: Ein Tumor mit vielen Gesichtern

Blasenkrebs ist der zweithäufigste urologische Tumor. Die Inzidenz- und Sterblichkeitsraten von Blasenkrebs variieren von Land zu Land, was auf unterschiedliche Risikofaktoren, Erkennungs- und Diagnoseverfahren sowie Unterschiede beim Zugang zur Gesundheitsversorgung zurückzuführen ist. Blasenkrebs tritt bei Männern häufiger als bei Frauen auf. Der Großteil der Patienten ist bei der Erstdiagnose 60 Jahre oder älter.


Ursachen & Symptome


Die Ursachen für Blasenkrebs können vielfältig sein. Rauchen ist einer der Hauptfaktoren, der das Risiko erhöht, an Blasenkrebs zu erkranken, und ist die Ursache für etwa 50 % der Fälle. Rauchen erhöht auch das Risiko, dass Blasenkrebs wiederauftretend oder fortschreitend wird. Chemische Exposition am Arbeitsplatz, z. B. Dieselabgase, kann ebenfalls das Risiko erhöhen. Andere Risikofaktoren sind fortgeschrittenes Alter, männliches Geschlecht, chronische Harnwegsinfektionen sowie die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung im Beckenbereich (z. B. Prostatabestrahlung oder beim Rektumkarzinom).

Die Symptome von Blasenkrebs können variieren, aber das häufigste Anzeichen ist Blut im Urin, seltener die Symptome einer Reizblase (häufiger Harndrang). Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, da eine frühzeitige Diagnose die Behandlungschancen verbessern kann. Ein frühes Erkennen von Blasentumoren ist essenziell, um blasenerhaltende Therapien anbieten zu können.

Diagnose & Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnose von Blasenkrebs hängt von der zystoskopischen Untersuchung der Blase (bei der ein flexibles Rohr mit einer Kamera in die Blase eingeführt wird) und der histologischen Beurteilung des entnommenen Gewebes ab. Die weitere Diagnostik von Blasenkrebs umfasst verschiedene Untersuchungen, darunter Urinuntersuchungen auf das Vorhandensein von Blut oder
abnormalen Zellen, bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT-Scans oder MRT-Scans.

Die Behandlung von Blasenkrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Stadiums der Erkrankung, der Größe und Lage des Tumors und der allgemeinen Gesundheit des Patienten. Ein Viertel der Tumore ist bei der Erstdiagnose bereits tiefer in die Blasenwand eingewachsen oder hat schon Metastasen gebildet.

Zu den Behandlungsoptionen gehören chirurgische Eingriffe zur Entfernung des Tumors oder der gesamten Blase, Strahlentherapie, Chemotherapie und Immuntherapie. Die transurethrale Resektion der Harnblase ist immer der erste Schritt – einerseits ist das ein diagnostischer Eingriff zur histologischen Sicherung und andererseits eine therapeutische Maßnahme mit der potenziellen Komplettentfernung eines oberflächlichen Harnblasenkrebses. Hier wird unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie über die Harnröhre ein spezielles Instrument mit einer Kamera in die Blase eingeführt und mithilfe einer Drahtschlinge das Tumorgewebe abgetragen.

Die Therapie der Wahl für tief in die Blasenwand eingewachsene Tumore ist die radikale Entfernung der Harnblase, die sogenannte radikale Zystektomie. Die radikale Zystektomie ist ein großer und gefährlicher Eingriff mit einer Sterblichkeit von 3,4 bis 8,0 % innerhalb von 90 Tagen. In einigen Fällen kann eine Kombination mehrerer Behandlungen erforderlich sein.

Die Behandlung des metastasierten Blasenkrebses ist seit über 20 Jahren in erster Linie eine Chemotherapie. Später kann bei einigen Patienten auch eine Immuntherapie eingesetzt werden.

Prognose & Prävention

Die Prognose von Blasenkrebs variiert je nach Stadium der Erkrankung und anderen individuellen Faktoren. Frühzeitig diagnostizierter und behandelter Blasenkrebs hat in der Regel eine viel bessere Prognose als fortgeschrittener Krebs. Die Überlebensraten können jedoch je nach spezifischen Umständen variieren.

Die Prävention von Blasenkrebs umfasst verschiedene Maßnahmen, darunter Rauchverzicht, Vermeidung von Exposition gegenüber gefährlichen Chemikalien am Arbeitsplatz, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gesunde Lebensweise. Vorsorgeuntersuchungen können dazu beitragen, Blasenkrebs frühzeitig zu erkennen und die Behandlungschancen zu verbessern. Insgesamt ist Blasenkrebs eine ernste Erkrankung, die eine sorgfältige Diagnose, Behandlung und Betreuung erfordert. Mit einer frühzeitigen Diagnose und einer angemessenen Behandlung können die Überlebenschancen verbessert und die Lebensqualität der Patienten erhalten werden.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Branimir Lodeta, PhD, FEBU
Facharzt für Urologie

Privatklinik Maria Hilf
T: +43 (0)463 5885-0
E: branimir.lodeta@humanomed.at

Spürbare Herzlichkeit – sichtbare Qualität

In der Privatklinik Villach versucht ein eingespieltes und engagiertes Team seit vielen Jahren, Patientenbedürfnissen in fächerübergreifender Zusammenarbeit gerecht zu werden. Dafür braucht es ein reibungsloses Zusammenspiel von Medizin und Pflege – einem Bereich des Gesundheitsbetriebs, der sehr hohe Qualität verlangt und diese auch Tag für Tag bietet.

Mehr

Der verwirrte Patienten

Mit dem steigenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung und der zunehmenden Lebenserwartung nimmt auch der Bedarf an medizinischer Hilfe zu. Ein häufiges Krankheitsbild ist das Delir, ein sogenannter akuter Verwirrtheitszustand.

Mehr

Ambulante Reha Klagenfurt

Die ambulante Rehabilitation stellt eine gute Alternative zur stationären Rehabilitation dar. Doch, wo liegt der Unterschied?

Mehr

Arthrose des Hüftgelenks

Der Knorpelverlust des Hüftgelenkes ist die häufigste Form der Arthrose und der Hauptgrund für den künstlichen Gelenksersatz mit einer Hüfttotalendoprothese. In Österreich werden ca. 17.000 Hüftendoprothesen pro Jahr implantiert.

Mehr