Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Österreich erhalten jedes Jahr rund 7.000 Frauen diese Diagnose. Die gute Nachricht: Obwohl die Zahl der Neuerkrankungen steigt, sinkt die Sterblichkeit kontinuierlich. Entscheidend dafür sind die Möglichkeiten der modernen Medizin und vor allem die frühe Diagnose.
Früherkennung rettet Leben
Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Auch eine familiäre Vorbelastung oder genetische Veränderungen können das Erkrankungsrisiko erhöhen. Weitere Einflussfaktoren sind hormonelle Veränderungen, Übergewicht oder regelmäßiger Alkoholkonsum. Um Veränderungen möglichst früh zu erkennen, wurde in Österreich bereits 2014 das flächendeckende Brustkrebs- Früherkennungsprogramm eingeführt. Frauen zwischen 45 und 70 Jahren haben damit alle zwei Jahre Anspruch auf eine Vorsorge-Mammographie. Ergänzend kommen, je nach Befund, Ultraschall oder weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz.
Moderne Diagnostik schafft Klarheit
Zeigt sich bei der Untersuchung eine Auffälligkeit, kann diese durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) rasch und zuverlässig abgeklärt werden. Die Sorge vieler Patientinnen, dass durch eine Biopsie Tumorzellen verschleppt werden könnten, ist unbegründet. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass dieser Eingriff die Prognose nicht verschlechtert. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.
Jede Therapie ist individuell
Nicht jede Brustkrebserkrankung verläuft gleich. Deshalb wird jede Patientin individuell betrachtet und die Behandlung genau auf ihre persönliche Situation abgestimmt. In zertifizierten Brustzentren wird jeder Fall im interdisziplinären Tumorboard besprochen. Spezialisten verschiedener Fachrichtungen entwickeln dabei gemeinsam das optimale Behandlungskonzept.
In rund drei Vierteln aller Fälle erfolgt zunächst eine Operation. Bei bestimmten Tumorformen wird zuerst eine medikamentöse Therapie eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern und die Erfolgsaussichten der Operation zu verbessern. Heute kann bei etwa 80 Prozent aller Patientinnen brusterhaltend operiert werden. Ist eine Entfernung der Brust notwendig, bestehen moderne Möglichkeiten der Brustrekonstruktion – entweder mit körpereigenem Gewebe oder mit Implantaten.
Begleitung weit über die Operation hinaus
Die Behandlung endet nicht mit dem chirurgischen Eingriff. Nach der Operation wird der individuelle Therapieplan erneut im Tumorboard besprochen. Je nach Tumorart können Bestrahlung, Chemotherapie, Antikörper-, Immun- oder antihormonelle Therapien folgen. Anschließend begleiten regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen die Patientinnen langfristig.
Qualität, die Sicherheit gibt
Die Behandlung von Brustkrebs sollte in einem zertifizierten Brustzentrum erfolgen. Dort sorgen klar definierte
Qualitätsstandards, regelmäßige externe Kontrollen und die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbereiche für eine optimale Versorgung. Die Privatklinik Villach war bereits 2010 das erste private Krankenhaus Österreichs mit einem zertifizierten Brustzentrum. Seitdem wird die Qualität alle drei Jahre im Rahmen einer unabhängigen Rezertifizierung überprüft, zuletzt erfolgreich im Jahr 2024. Die Patientinnen profitieren von einer umfassenden Betreuung aus einer Hand – von der diagnostischen Abklärung und Gewebeentnahme über die operative Behandlung und Brustrekonstruktion bis hin zur Internistischen Onkologie, Physiotherapie, psychoonkologischen Begleitung, Breast Care Nursing, Ernährungsberatung und Nachsorge. Die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachbereiche ermöglicht eine Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und internationalen Qualitätsstandards – individuell, persönlich und auf höchstem medizinischen Niveau.
Kontakt und weitere Informationen
Prim. Dr. Klaus Unterrieder
Leiter der Gynäkologie
Leiter des Brustgesundheitszentrums
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Privatklinik Villach
E: klaus.unterrieder@humanomed.at