Eine Patientin berichtet über die onkologische Rehabilitation

"Ich sehe mich nicht mehr als onkologischen Fall"

Knapp zwei Wochen ist Frau Vera P. (71) aus Wien bereits im Humanomed Zentrum Althofen zur Onkologischen Rehabilitation. Es ist ihr dritter Aufenthalt nach Ihrer Krebsbehandlung. 2016 hat sie die Onkologische Rehabilitation hier zum ersten Mal absolviert. Wir haben Sie getroffen und sie nach ihren Erfahrungen mit der Reha befragt.

Sie wirken sehr zufrieden, wie geht es Ihnen nun in Ihrer zweiten Reha-Woche?

Es geht mir gut. Die Therapien sind toll und für mich sehr entspannend.

Als Ihnen die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde, was waren Ihre ersten Gedanken?

Die Mammografie hat gezeigt, dass etwas nicht stimmt und ich habe mir gleich einen Termin gemacht. Danach ging es sehr schnell. Innerhalb von vier Wochen sind beide Seiten operiert worden. Dann wurde bestrahlt, weil es abgegrenzt und sichtbar war und nach der Strahlung bin ich auf Reha gefahren. Es ist alles sehr schnell gegangen, aber das habe ich gern. Ich muss gestehen, es hat mich nicht wirklich erschüttert

Sie sind sehr positiv gestimmt, woher kommt das?

Meine Erkrankung war operabel, behandelbar und für mich mit der Operation erledigt. Ich sehe es nicht mehr als onkologischen Fall. Nur die Strahlentherapie schränkt ziemlich ein, man kann und soll nicht alles machen. An das habe ich mich auch gehalten. Als es geheißen hat, dass es in Ordnung ist, bin ich auf Reha gefahren, um mir die Narben nachbehandeln zu lassen und auch die Kondition wieder aufzubauen, was hier im Haus wunderbar funktioniert. Man kommt wieder besser in Schwung.

Jetzt sind Sie zum dritten Mal hier auf Rehabilitation?

Diese dritte Reha ist eine Kombination. Man kann dreimal nacheinander für die Onkologische Rehabilitation einreichen. Im März habe ich mich bei einem Sturz an der Schulter verletzt. Die eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter hat sich auf die Narbe ausgewirkt. Ich spürte ein Ziehen und konnte nicht mehr auf der Seite schlafen. So konnte ich das mitbehandeln.

Die Behandlung ist bis jetzt ganz toll. Die Hand ist weitaus beweglicher, ich brauche nicht ständig Hilfe. Die Narbe wird wieder gedehnt.

„Wenn man Sorgen, Ängste, Befürchtungen hat, kann man ein psychologisches Gespräch suchen.“

Wie ist der Reha-Alltag für Sie?

Ich bin von 7:30 bis am Nachmittag beschäftigt, ich habe einen Tagesplan mit Vorgabe und brauche nicht nachzudenken. Das ist sehr entspannend.

Auch die psychologische Betreuung hilft. Die Vorträge sind natürlich allgemein, aber ich kann mir heraussuchen, was für mich richtig ist. Wenn man Sorgen, Ängste, Befürchtungen hat, kann man ein psychologisches Gespräch suchen.

Wie es mir jetzt geht, denke ich, dass es in der Form abgeschlossen ist.

Sie sind mit Ihrem Mann hier. Er macht eine Kur. Auch in den letzten zwei Jahren war er als Begleitperson mit. Hat Ihnen das sehr geholfen?

Ich war schon auch alleine, aber wir kommen sehr gut miteinander aus. Wir sind lange verheiratet und haben gemeinsame Interessen. Es ist schön, wenn jemand wartet: „Jetzt bist du mit den Therapien fertig. Wie müde bist du, gehen wir schwimmen?“ Er hat die Gegend und die Ausflüge genossen.

Tauschen Sie sich auch mit anderen Patienten aus?

Ich habe sehr nette Tischnachbarn und wir plaudern viel. Aber nachdem ich mit meinem Mann hier bin, suche ich den Anschluss nicht so. Wenn man alleine ist und man sagt, man findet niemanden in den drei Wochen, dann würde ich sagen, er hat nicht genau hingeschaut.

Spricht man über das Thema Krebs?

Bei uns am Tisch ist es nicht das Thema. Dazu gibt es Arzttermine oder den Psychologen. Man spricht über die Interessen, wie es einem geht, die Familie, aber auch die Therapien, wie zufrieden man ist.

„Die Entspannungstherapien sind so schön, dass ich immer einschlafe.“

Was tut Ihnen besonders gut?

Die Einzelheilgymnastik hat mir am meisten gebracht. Das sind Einzeltherapien, in denen man sich nur mit den Problemzonen beschäftigt.

Die Wandergruppen sind sehr schön, mir tut es nur immer leid, dass wir nicht so weit gehen. Aber wir unterhalten uns und machen uns dann eine größere Runde aus. Die Massagen sind natürlich immer schön und fallen unter Verwöhnfaktor.

Die Ernährungsberatung zeigt auf, wo die kleinen Ernährungssünden herkommen. Mit meinem Mann tausche ich mich immer aus, denn jeder nimmt andere Dinge auf.

Die Entspannungstherapien sind so schön, dass ich immer einschlafe. Das funktioniert sichtlich. Unterwassergymnastik liebe ich. Die Übungen mache ich dann auch zu Hause im Hallenbad. Und man lernt auch Kärnten ein bisschen kennen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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