Darmkrebs

Dickdarmkrebs kann bei frühzeitigem Erkennen fast zu 100 % geheilt werden. Ab dem 50. Lebensjahr sollte alle 5 Jahre eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden.

In Österreich erkranken pro Jahr ca. 5.000 Personen an Darmkrebs. Er ist die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und zweithäufigste bei Frauen. Der Großteil der Darmkrebserkrankungen tritt im Dickdarm auf.

Risikofaktoren

  • Familiäres genetisches Risiko: Menschen mit Darmkrebsfällen in der Verwandtschaft tragen ein erhöhtes Risiko und können schon in jungen Jahren erkranken.
  • Alter: Es besteht eine starke Altersabhängigkeit, wobei das Risiko ab dem 40. bis 50. Lebensjahr beträchtlich ansteigt.
  • Chronisch entzündlicher Darmerkrankung, wie Colitis ulzerosa
  • Diabetes mellitus Typ 2: gegenüber Normalbevölkerung 2- bis 3-fach höheres Risiko
  • Ernährung: Die typisch westliche Ernährung mit reichlich tierischem Fett und verhältnismäßig wenig Getreide, Obst und Gemüse begünstigt die Entstehung von Darmkrebs.
  • Lebensstil: Neben einer ungesunden Ernährung könne auch Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum zur Entstehung von Darmkrebs führen.

Die Neuerkrankungsrate ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Trotz vorhandener guter Therapiemöglichkeiten ist die Sterblichkeit leider auch heute noch hoch, sodass rund die Hälfte der Neuerkrankten an den Folgen des Dickdarmkrebses verstirbt.

Entstehung und Behandlung

90 % aller Karzinome des Dickdarms entwickeln sich aus gutartigen Polypen.

Gutartige Tumore, wie Adenome oder Polypen, betreffen ca. 25 % der Bevölkerung ab dem 50. Lebensjahr. Sie wachsen in der Regel sehr langsam, und erreichen nach 7-8 Jahren einen Durchmesser von 2-3 cm, womit das Entartungsrisiko (das Risiko von gutartigen Zellen/Gewebe bösartig zu werden) deutlich ansteigt.

Polypen werden meist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung (Koloskopie = Darmspiegelung) entdeckt und auch entfernt. Das Ziel der Koloskopie ist es, Polypen im noch gutartigen Stadium zu therapieren und somit die Dickdarmkrebs-Häufigkeit zu senken.

Somit kann mit der Vorsorgeuntersuchung die Entstehung von Darmkrebs sogar verhindert werden.

Symptome

  • Blut- und Schleimauflagerungen auf dem Stuhl
  • geänderte Stuhlgewohnheiten (Durchfälle und/oder Verstopfung)
  • Blutarmut und dadurch bedingte Blässe, Müdigkeit, Leistungsabfall
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • unklare Bauchschmerzen

All diese Krankheitszeichen treten meist erst beim weit fortgeschrittenen Darmkrebs auf! Zu diesem Zeitpunkt ist eine heilende Operation oft nicht mehr möglich, was zu der hohen Sterblichkeit führt.

Bei frühzeitigem Erkennen betragen die Heilungschancen jedoch fast 100 %!

Die richtige Darmkrebs Vorsorge

  • Spätestens mit dem 40. Lebensjahr: Durchführung eines ärztlichen Gesprächs um die individuelle Risikosituation festzustellen. Bei familiärer Karzinomanamnese sollte ein ärztliches Gespräch bereits vor dem 40. Lebensjahr geführt werden, da eine Darmspiegelung ca. 10 Jahre vor Erkrankungsbeginn des erkrankten Angehörigen erfolgen sollte.
  • Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr: Test auf okkultes (nicht sichtbares) Blut im Stuhl. Bei positivem Test ist eine Koloskopie unbedingt erforderlich.
  • Vorsorgekoloskopie ab dem 50. Lebensjahr

Koloskopie – Darmspiegelung

Die Darmspiegelung ist eine sichere, für den Patienten nicht wirklich belastende Untersuchung und kann bis ins hohe Alter durchgeführt werden. Nach erfolgter Darmreinigung (hierzu müssen meist 3 Liter einer abführenden Lösung über 2 Tage getrunken werden) wird mit einem an der Spitze beweglichen „Schlauch“ der Enddarm, der gesamte Dickdarm und oft auch das letzte Stück des Dünndarms inspiziert und festgestellte Polypen, wenn sie nicht zu groß sind, in der gleichen Sitzung entfernt.

Der schlechte Ruf, der dieser so wichtigen Untersuchung – in einem glücklicherweise rasch kleiner werdenden Patientenkreis – noch vorauseilt, stammt aus früheren Zeiten, wo zahlreiche Untersuchte wirklich noch zum Teil sehr starke Schmerzen aushalten mussten.

Bei der heutigen „sanften Koloskopie“ erhält der Patient, sofern er dies wünscht, entsprechende Medikamente, die ihn bei der Untersuchung einschlafen lassen und Schmerzen somit nicht mehr verspürt werden.

Weitere Informationen und Kontakt

OA Dr. Manfred Krawanja
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie
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