Moderne Handchirurgie in der Privatklinik Maria Hilf
Was Dr. Philip Tomantschger an der Handchirurgie fasziniert, ist die Komplexität des Bewegungsmusters der menschlichen Hand, das bereits beim Ellbogen beginnt. Das fein abgestimmte Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Sehnen und Bändern auf engstem Raum verlangt höchste Präzision und tiefes Verständnis. Doch wo Komplexität herrscht, lauern auch Herausforderungen. Wir sprechen mit dem neuen Belegarzt der Privatklinik Maria Hilf über die Wichtigkeit der präzisen Diagnose, Fortschritt und schonende Methoden.
Sehr geehrter Dr. Tomantschger, die anatomische Dichte der Hand bringt mit sich, dass jeder Schmerzpunkt eine Vielzahl an Ursachen haben kann. Wie gelingt die präzise Diagnose in der Hand- und Ellbogenchirurgie?
Dr. Tomantschger: Die menschliche Hand und der Unterarm vereinen auf kleinstem Raum eine Vielzahl an Strukturen, die eng zusammenwirken. Um eine exakte Diagnose stellen zu können, braucht es deshalb unbedingt eine Kombination aus bildgebenden Verfahren, wie Röntgen oder MRT, und der individuellen klinischen Untersuchung jedes einzelnen Patienten. Beispielsweise kann ein Schmerzpunkt allein im ellenseitigen Bereich der Handgelenks- und Handwurzelanatomie bis zu sechs verschiedene Ursachen haben. Um die richtige Diagnose stellen zu können, braucht es Erfahrung, Verständnis für die komplexe Mechanik und ausreichend Zeit – sowohl für die Untersuchung als auch für die ausführliche Aufklärung der Patienten. Diese Zeit steht uns in der Privatklinik Maria Hilf zur Verfügung.
Welche Behandlungen und Eingriffe umfasst Ihr handchirurgisches Leistungsspektrum in der Privatklinik Maria Hilf?
Dr. Tomantschger: Ich nehme mich jedem handchirurgischen Problem an – von akuten Verletzungen bis hin zu chronisch-orthopädischen Krankheitsbildern wie Nervenschmerzen, Taubheitsgefühlen oder Gelenksabnützungen. Welche Beeinträchtigung auch immer vorliegt, ich nehme mir die Zeit, jedes Anliegen individuell zu betrachten und stets patientenorientiert zu behandeln. Ob ein operativer Eingriff erforderlich ist oder eine konservative Therapie in Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten oder Rheumatologen sinnvoll erscheint – mir ist es wichtig, dass meine Patienten schnell wieder beweglich und schmerzfrei werden. Denn unsere Hände sind für den Alltag und Beruf unverzichtbar.
Können auch Patienten mit akuten Handverletzungen von Ihnen operativ behandelt werden?
Dr. Tomantschger: Ja. Ein typisches Beispiel für eine akute Verletzung ist ein Speichenbruch. Nach der Gipsanlage in einer Akutklinik erfolgt die Operation – je nach Schwellung – in der Regel erst einige Tage später. Patienten, bei denen also bereits feststeht, dass nach Abklingen der Schwellung eine Operation notwendig sein wird, können diesen Eingriff ab sofort in der Privatklinik Maria Hilf durchführen lassen – unabhängig davon, wo die Erstversorgung der Verletzung erfolgt ist. Ich übernehme die sogenannte sekundäre Traumaversorgung, also den operativen Eingriff sowie die weitere Nachbetreuung hier im Haus.
Welche Operationsmethoden setzen Sie bevorzugt ein?
Dr. Tomantschger: Ich lege großen Wert auf moderne, minimalinvasive und patientenorientierte Operationsverfahren. Wann immer möglich führe ich Eingriffe so schonend wie möglich durch, um die Risiken zu minimieren und eine rasche Genesung zu fördern, beispielsweise mithilfe der WALANT-Methode. Dabei erfolgt die Operation, wie z. B. beim Karpaltunnelsyndrom, unter lokaler Betäubung, wobei ein spezielles Lokalanästhetikum verwendet wird, das auch auf die Blutgefäße wirkt. Bedeutet: Es ist keine Vollnarkose nötig und somit auch keine Narkoseaufklärung, kein Absetzen von blutverdünnenden Medikamenten, keine schmerzende Oberarmblutsperre oder nüchternes Erscheinen. Auch bei einer Arthrose des Daumensattelgelenks setze ich auf Fortschritt. Statt – wie früher üblich – das Gelenk teilweise zu entfernen, implantieren wir heute eine Prothese, um das Gelenk erhalten zu können. Der Eingriff erfolgt über einen kleinen Schnitt am Handgelenk. Die Länge und Funktion des Daumens bleiben vollständig erhalten. Eine Schienung ist nicht erforderlich, meist genügt ein leichter Watteverband und die Beweglichkeit ist nahezu sofort wieder gegeben. Das Ergebnis: weniger Einschränkungen, weniger Schmerzen und eine deutlichschnellere Rückkehr in den Alltag.
Vielen Dank für das Gespräch!
Kontakt und weitere Informationen
Dr. Philip Tomantschger
Facharzt für Unfallchirurgie, Hand- und Ellbogenspezialist
Termine Privatklinik Maria Hilf
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Ordination Liebenfels
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