So halten Sie Ihren Magen-Darm gesund

Viele Störungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden. Hier finden Sie einige Tipps, um Magen und Darm gesund zu halten.

Gesunde Darmflora

Wenn durch eine notwendige Therapie mit Antibiotika oder auch anderen Medikamenten das Gleichgewicht der Darmbakterien gestört wurde, kann es sinnvoll sein, die Darmflora wieder aufzubauen. Hierzu stehen spezielle Präparate zur Verfügung, zum Beispiel mit Laktobazillen. Diese Bakterien besiedeln den Darm und sorgen dafür, dass die örtliche Abwehr in der Darmschleimhaut wieder funktioniert.

Langsames und ruhiges Essen

Ein wichtiger Schritt für die Gesunderhaltung des Verdauungssystems ist, darauf zu achten wie Sie essen: Statt hektisch und unkonzentriert, sollten Sie die Nahrung langsam, in Ruhe und ganz bewusst aufnehmen und gut kauen. So wird die Nahrung bereits im Mund vorverdaut, was die nachfolgenden Stationen – Magen, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und Galle entlastet.

Trinken

Für eine optimale Darmfunktion benötigt der Körper viel Flüssigkeit. Vor allem ältere Menschen trinken häufig jedoch zu wenig. Da auch dem Darminhalt die Flüssigkeit fehlt, kann es zu Verdauungsproblemen wie Verstopfung kommen. Allgemein empfohlen ist eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern am Tag, am besten in Form von Mineralwasser, verdünntem Saft oder Tee.

Seelische Ausgeglichenheit

Da viele Magen-Darm-Erkrankungen auch psychische Ursachen haben können, ist es wichtig, dass Sie regelmäßige Ruhepausen und Entspannungsphasen einlegen. Ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Atem- oder Bewegungsübungen können auch positive Wirkung auf Magen-Darm-Erkrankungen haben.

Ausreichend Bewegung

Regelmäßige Bewegung kann Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder Blähungen vorbeugen. Der Darm wird besser durchblutet und die Nahrung wird aufgrund der verbesserten Peristaltik schneller weitertransportiert.

Aufgrund der hohen Anzahl sitzender Tätigkeiten im Beruf wird es immer wichtiger Bewegung in den Alltag zu integrieren. Gehen Sie öfters zu Fuß, nützen Sie die Stiege statt dem Lift etc. Mit einem sanften Ausdauertraining (Walken, Schwimmen, Radfahren, Laufen) unterstützen Sie die Darmgesundheit ideal.

Allgemeines zum Magen und Darm

Darmflora

Im menschlichen Darm finden sich Billionen von Mikroorganismen. Größtenteils handelt es sich bei diesen Kleinstlebewesen um Bakterien, aber auch Einzeller und Pilze lassen sich nachweisen. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen, die in erster Linie den Dickdarm (Kolon) besiedeln, wird üblicherweise als „Darmflora“ bezeichnet.

Beispielsweise könnten manche Nahrungsbestandteile ohne die Darmbakterien nicht oder nicht vollständig verwertet werden. Darüber hinaus haben die Mikroorganismen der Darmflora noch weitere wichtige Funktionen:

  • Sie verhindern, dass sich Krankheitserreger im Darm ausbreiten können und Infektionen hervorrufen.
  • Sie wirken im positiven Sinne regulierend auf unser Immunsystem.
  • Sie bilden das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K.
  • Sie tragen zur Energieversorgung der Zellen der Darmschleimhaut bei.
  • Sie regen die Darmperistaltik an, das heißt, sie fördern die Kontraktionen, die den Nahrungsbrei Richtung Enddarm befördern.
  • Sie schützen vor Schadstoffen

Die Verdauung

Die Verdauung beginnt bereits in der Mundhöhle, in der die Nahrung zerkleinert, in einen halbflüssigen Speisebrei verwandelt wird und über den Rachen und die Speiseröhre in den Magen gelangt. (= oberer Verdauungstrakt)

Magen

Die Nahrung wird durch den sauren Magensaft chemisch zerkleinert bzw. verflüssigt. Der Speisebrei wird im Magen hin- und herbewegt und nach unterschiedlich langer Verweildauer (1 bis 5 Stunden) in den Dünndarm geleitet.

Magenvolumen: 1200 bis 1600 ml

Dünndarm

Im Dünndarm finden die eigentliche Verdauung und die Aufnahme der Nahrungsbestandteile statt. Dafür werden die Nährstoffe (Kohlenhydrate und Eiweiße) durch Enzyme der Bauchspeicheldrüse in ihre resorbierbaren Bestandteile abgebaut. Die Fette werden durch die Gallenflüssigkeit gespalten. Diese Nährstoffe werden in weiterer Folge über die Dünndarmschleimhaut ins Blut aufgenommen. Die unverdaulichen Reste des Speisebreis werden über die Transportbewegung des Dünndarms in den Dickdarm weitergeleitet.

Länge: 3 bis 5 m

Dickdarm

Hier werden Wasser und Salze rückresorbiert und die unverdauliche Nahrungsreste durch Bakterien zersetzt. Die Nahrungsreste werden folglich als Kot ausgeschieden

Länge: 1,5 bis 1,8 m

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Harald Oschmautz
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie, Internistische Intensivmedizin, Sportarzt
Privatklinik Maria Hilf, Klagenfurt

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