Morbus Parkinson

Der Morbus Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung und betrifft in erster Linie Personen im höheren Lebensalter, aber auch jüngere Patienten können erkranken.

Neurodegenerativ bezeichnet die Erkrankung und der Verfall des Nervensystems mit fortschreitendem Verlust der Nervenzellen. Meist treten die Symptome erst dann auf, wenn bereits eine Großzahl an Nervenzellen zerstört ist. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und wird dadurch erst spät erkannt. In Österreich sind ca. 16.000 Personen davon betroffen. Parkinson beginnt meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und nimmt bis zum 75. Lebensjahr zu. Selten tritt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr auf. Männer sind öfter davon betroffen als Frauen.

Die Krankheit kann nicht verhindert oder ihr Fortschreiten gestoppt werden. Jedoch können die Symptome medikamentös gut behandelt und die Lebensqualität der Patienten dadurch verbessert werden.

Symptome und Diagnose

Typische Symptomen von Morbus Parkinson sind:

  • Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese)
  • Muskelversteifung (Rigor)
  • Zittern der Extremitäten (Ruhetremor)
  • und im weiteren Verlauf auch Störungen der Körperhaltung

Die Diagnose wird anhand der Anamnese und klinischen Untersuchung gestellt. Zur weiteren  Abklärung werden unter anderem auch eine Magnetresonanztomographie des Gehirns sowie, bei diagnostisch unklaren Krankheitsbildern, auch spezielle Diagnoseverfahren wie zum Beispiel die DAT SPECT-Untersuchung durchgeführt.

Entstehung und Behandlung

Die Ursache des Morbus Parkinson ist weiterhin ungeklärt. Es ist jedoch bekannt, dass bestimmte Nervenzellen im Gehirn in der sogenannten Substantia nigra vorzeitig zugrunde gehen. Diese sind für die Produktion des wichtigen Botenstoffs Dopamin zuständig, welcher für die Koordination und Feinabstimmungen von motorischen Bewegungen sorgt. Durch diesen Botenstoffmangel ergeben sich daher die typischen Hauptsymptome des Morbus Parkinson wie Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung.

Die Behandlung des Morbus Parkinson steht im Wesentlichen auf zwei Standbeinen: Als Grundlage wird mit dem Patienten ein individuelles medikamentöses Therapiekonzept erstellt. Weiters kommen auch aktivierende Therapieverfahren aus den Bereichen der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sowie auch psychologische Verfahren zum Einsatz.

Bewegungstherapie

In der Privatklinik Maria Hilf wird seit einigen Jahren mit einer neuen Bewegungstherapie der Parkinson Erkrankung entgegengewirkt: Und zwar der LSVT-Big-Methode.

Der Schwerpunkt dieser speziellen Therapieform ist das gezielte Üben von Bewegungen mit großer Amplitude zur Verbesserung der Geschwindigkeit und des Bewegungsausmaßes bei Patienten mit Parkinson und der damit verbundenen typischen Verlangsamung und Verkleinerung der Bewegungen.

Intensives Wiederholen und die ständige Erfolgskontrolle durch den Therapeuten bewirken, dass Patienten wieder auf ungenützte Bewegungsmöglichkeiten und vorhandene Bewegungsreserven zugreifen und diese bewusst im Alltag einsetzen können.

Aktuelle Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung lassen darauf schließen, dass auf diese Weise ein Fortschreiten der Behinderung verzögert werden kann und Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange erhalten bleiben.

Sport als Therapie

Immer wichtiger wird die begleitende Sporttherapie, entgegen der Meinung vieler Patienten, die Angst haben, durch vermehrte körperliche Aktivität den Dopaminverbrauch zu erhöhen und damit die Erkrankung zu verschlechtern. Sporttherapie ist in allen Stadien der Erkrankung in unschädlicher Form eine hilfreiche und nützliche Ressource und soll, individuell auf den Patienten und den Krankheitsverlauf abgestimmt, zum Einsatz kommen.

Besonders beeindruckend war die Begegnung mit einem jungen Triathleten, dem die Diagnose eines Morbus Parkinson im Vorjahr bei uns gestellt wurde. Durch das bei uns angebotene Behandlungsprogramm konnte unser Schützling im Mai den Triathlon in St. Pölten für ihn persönlich sehr erfolgreich absolvieren.

Eine begleitende Sport- und Bewegungstherapie wirkt auf verschiedene Aspekte der Parkinsonerkrankung. Neben der Ausdauer, Gangmuster und -geschwindigkeit sowie Gleichgewichtsfunktion werden auch Faktoren wie Depressivität, Antriebsstörungen sowie Aktivitäten des täglichen Lebens verbessert.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Gustav Raimann
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapeut
Privatklinik Maria Hilf

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