Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen und Männern

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen mit 42,8 % immer noch die häufigste Todesursache in Österreich dar. Laut Statistik Austria sind im Jahr 2015 insgesamt 35.537 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben, davon waren 42,3 % Männer und 57,7 % Frauen. Im Vergleich dazu sterben weltweit jährlich ca. 17,3 Mio. Menschen an dieser Erkrankung und diese Zahl steigt jährlich an.

Durch die höhere Lebenserwartung versterben die Menschen vorwiegend an Krankheiten, die im Alter auftreten, wie Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen.

Laut WHO fallen unter den Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen alle Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, wie z. B. koronare Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen, periphere arterielle Erkrankungen, rheumatische Herzerkrankungen.

Ursache & Risikofaktoren

Arteriosklerose wird als Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen angegeben. Die Risikofaktoren für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich in unbeeinflussbare und beeinflussbare Faktoren unterteilen:

Unbeeinflussbare Risikofaktoren

  • Genetische Veranlagung
  • Alter
  • Geschlecht

Beeinflussbare Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Fehlernährung
  • Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyzeride)
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Bluthochdruck
  • Stress

Vorsorge für Risikopatienten

  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen mit Blutuntersuchung (Blutfette, -zucker), Blutdruckmessung, Belastungsergometer
  • Regelmäßig die eigenen Werte überprüfen (Blutdruck, Puls, Gewicht)
  • Lebensstilveränderung und Gewichtreduzierung

Frauenherzen schlagen anders

Fast jede zweite Frau ist von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen, trotzdem wissen nur die wenigsten über die Risiken und Symptome Bescheid.

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterscheiden sich Frauen von Männern einerseits in biologischen Ursachen wie Gene, Anatomie und Sexualhormone. So steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach der Menopause enorm an. Andererseits spielen psychosoziale Ursachen wie Bildung, Lebensstil, Stress und psychische Veränderungen eine enorme Rolle.

Laut Frauengesundheitsbericht treten Herzerkrankungen bei Frauen 10 Jahre später auf als bei Männern. Die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt ist bei Frauen nach dem 75 Lebensjahr um das 9-fache erhöht (bei Männern um das 5-fache). Nikotin erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt bei Frauen um das 4-fache, bei Männern um das 2,5-fache. Diabetikerinnen haben ein 8-fach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Männer 3-fach).

Die medizinische Forschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde in der Vergangenheit ausschließlich an Männern durchgeführt. Nur 16-25 % der Studien in Europa betraf Frauen.

Zusätzlich leiden Frauen unter anderen Symptomen als Männer. So geben Frauen im Gegensatz zu Männern nur selten Brustschmerzen oder andere vegetative Symptome als Beschwerden an. Die Symptome von Frauen sind meist eher unspezifisch. Frauen berichten über Müdigkeit, eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, Oberbrauchschmerzen, Schlafstörungen aber auch über einen Druck- oder Beklemmungsgefühl in der Brust vor allem bei Belastung. Deshalb schätzen Frauen die Beschwerden oft nicht richtig ein und zögern einen Arztbesuch hinaus.

Wichtige Warnsignale für Frauen

  • Müdigkeit
  • Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Atemnot
  • Diffuse Oberbauchschmerzen
  • Druckgefühl auf der Brust
  • Schweißausbrüche
  • Geschwollene Knöchel
  • Schlafstörungen

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