Hüftschmerzen bei Jugendlichen und sportlich Aktiven

Der Hüftschmerz kann viele verschiedene Ursachen haben, und nicht immer ist es das Hüftgelenk selbst, sondern die umgebenden Weichteile können das Ileosakralgelenk oder auch die Wirbelsäule Ausgangspunkt von schmerzhaften Ausstrahlungen in die Hüftregion sein.

Hüftschmerzen durch Abnützung

Bei älteren Personen ist häufig eine Arthrose (Abnützung) des Hüftgelenkes Ursache einer zunehmenden schmerzhaften Bewegungseinschränkung. Eine Heilung der Hüftarthrose durch Medikamente oder andere konservative Therapiemaßnahmen ist leider nicht möglich.

Wenn die Lebensqualität durch Schmerzen und Bewegungseinschränkung deutlich herabgesetzt wird, ist der Ersatz durch ein künstliches Hüftgelenk (Hüftendoprothese) die Therapie der Wahl und mittlerweile ist die Hüftendoprothetik eine der erfolgreichsten Operationen überhaupt.

Seit über 10 Jahren wird die minimalinvasive Operationstechnik (AMIS) verwendet. Der Vorteil ist nicht nur der kurze Hautschnitt, viel wichtiger für den Patienten ist, dass keine Muskel- und Sehnenansätze in der Tiefe durchtrennt werden.

Dies bewirkt eine geringere Schädigung der Weichteile, geringerer Blutverlust, weniger Schmerzen und eine verbesserte muskuläre Stabilisierung des Gelenkes in der postoperativen Phase.

Hüftschmerzen bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen sind Hüftschmerzen zwar viel seltener, sollten aber immer genau abgeklärt werden, da bei verspäteter oder falscher Diagnose gravierende Schädigungen des Hüftgelenkes auftreten können.

Bei Kleinkindern zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr ist häufig ein sogenannter Hüftschnupfen (Coxitis fugax) die Ursache für ein plötzlich auftretendes Hinken, die Kinder geben den Schmerz meist auch in der Knieregion an. Bei der klinischen Untersuchung ist eine deutliche Bewegungseinschränkung der Hüfte nachweisbar und im Ultraschall ein typischer Hüftgelenkserguss sichtbar.

Der Hüftschnupfen ist zu 98 % harmlos und selbstheilend, die Ursache ist meistens ein 2 bis 3 Wochen zurückliegender Infekt im Kopf-, Magen- oder Darmbereich, der zu einer entzündlichen Mitreaktion des Hüftgelenkes im Sinne einer reaktiven Arthritis führen kann. Dauern die Beschwerden länger als 2 bis 3 Wochen an, muss zum Ausschluss anderer Ursachen wie z. B. eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes (Morbus Perthes) ein Röntgen, bei länger andauernden Beschwerden auch ein MRT durchgeführt werden.

Die Diagnose „Wachstumsschmerzen“ ist zwar auch häufig und harmlos, wird aber nur gestellt, wenn die Kinder beidseits auftretende Beschwerden am Abend und in der Nacht vor allem im Bereich der unteren Extremitäten verspüren und am Tag darauf wieder völlig beschwerdefrei sind und normal belasten können.

Bei Schulkindern zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr kann der Hüftschmerz durch eine Schwächung der Wachstumsfuge am Hüftkopf mit einem langsamen, in wenigen Fällen auch akut und plötzlich auftretenden Abrutschen der Hüftkopfkappe verursacht werden. In diesem Fall muss ein weiteres Abrutschen durch eine Operation mit Verschraubung des Hüftkopfes auf beiden Seiten verhindert werden.

Hüftschmerzen bei sportlich Aktiven

Auch im Sport sind Leistenschmerzen ein häufig auftretendes Beschwerdebild und nicht immer ist eine sogenannte Muskelzerrung (Adduktorenzerrung) die Ursache. Häufig bestehen Veränderungen des Hüftgelenkes, die man durch eine gezielte klinische Untersuchung und Bildgebung wie z. B. Röntgen und MRT abklären kann. Diese Veränderungen können den Hüftkopf oder die Gelenkspfanne betreffen und sind im Röntgen gut sichtbar.

Die Folge kann eine Verletzung mit Einklemmungserscheinungen der Hüftgelenkslippe (Labrum) sein und dies führt zum sogenannten femoroazetabulären Impingement mit ziehenden Leistenschmerzen. Das Hüftimpingement ist die häufigste Ursache von Leistenschmerzen bei sportlich Aktiven zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und führt langfristig zu einer Schädigung des Hüftgelenkes mit Auftreten einer Hüftgelenksarthrose.

Bei rechtzeitiger Diagnose kann eine Änderung des Belastungsmusters bzw. der Sportart, Physiotherapie und Infiltrationen zu einer deutlichen Beschwerdelinderung führen. Wenn aber schon eine deutliche Schädigung der Gelenkslippe (Labrumläsionen) und mechanisch wirksame knöcherne Veränderungen vorliegen, ist ein operativer Eingriff zum Erhalt des Hüftgelenkes die Therapie der Wahl.

Die Operation kann arthroskopisch mittels Gelenksspiegelung oder durch einen schonenden minimal-invasiven offenen Zugang zum Hüftgelenk durchgeführt werden. Beide Techniken sind in der Hand eines erfahrenen Chirurgen für den Patienten nicht sehr belastend und können im Idealfall das Hüftgelenk auf Jahre hinaus retten.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Rupert Jesenko
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
Privatklinik Villach

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