Osteoporose

Osteoporose ist eine Skeletterkrankung, die durch eine unzureichende Knochenfestigkeit charakterisiert ist, welche zu einem erhöhten Frakturrisiko prädisponiert. Diese Definition der Osteoporose wurde im Rahmen einer Konsensuskonferenz des US-Gesundheitsministeriums im Jahr 2001 erstellt.

Die Knochenfestigkeit wird durch die Knochendichte und Knochenqualität definiert. Als Folge der Osteoporose können Frakturen auch ohne wesentliches Trauma auftreten. Besonders betroffen sind der Oberschenkelhals und die Wirbelsäule.

Häufigkeit und Folgen

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung, stellt die Osteoporose ein zunehmendes Problem dar: Im Jahr 2000 gab es in Europa schätzungsweise 3,1 Millionen osteoporotische Frakturen, für 2050 wird eine Steigerung um 135 % erwartet. 30 % der Frauen und 20 % der Männer erleiden mindestens eine osteoporotische Fraktur in ihrem Leben, und eine vorausgegangene Fraktur stellt ein um 90 % erhöhtes Risiko für weitere Brüche dar.

Die Folgen für die Betroffenen sind oft gravierend: Nach Schenkelhalsfrakturen haben 80 % der Patienten Schwierigkeiten im Alltag, über 20 % sind pflegebedürftig. Wirbelfrakturen führen zu einer zunehmenden vornüber gebeugten Haltung (Kyphose), Größenverlust und dadurch bedingter Sturzneigung und chronischen Schmerzen.

Vorsorge und gesunder Lebensstil

Vorbeugung ist daher außerordentlich wichtig! Neben der Erfassung individueller Risikofaktoren wie Nikotinkonsum, Untergewicht, Stoffwechselerkrankungen, Hüftfrakturen eines Elternteiles etc., stellt die Knochendichtemessung ein entscheidendes Instrument dar. Frauen ab 65 und Männer ab 70 Jahren sollten diese Untersuchung ca. alle zwei Jahre durchführen lassen.

Außerdem sollte auf ausreichende Bewegung im Freien und eine ausgewogene Ernährung mit Milchprodukten geachtet werden. Vitamin D3 sollte zumindest in den Wintermonaten zugeführt werden. Außerdem stehen Kombinationsprodukte aus Calcium und Vitamin D3 zur Verfügung.

Osteoporotische Frakturen der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist neben dem Oberschenkelhals am häufigsten von osteoporotischen Frakturen betroffen, meist am Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule. Häufig reicht schon das Anheben eines schwereren Gegenstandes aus, damit der Knochen nachgibt. Manchmal steigert sich der Schmerz erst innerhalb weniger Tage auf ein dann unerträgliches Maß. In diesem Falle sollte zumindest eine Röntgenaufnahme erfolgen. Schon bei Verdacht einer Fraktur sollte eine MRT (Magnetresonanz Tomographie) durchgeführt werden, da nur diese Untersuchung sicher einen frischen Bruch nachweisen kann.

Wenn die Schmerzen innerhalb kurzer Zeit nachlassen und keine wesentliche Verformung des Wirbels vorliegt, kann durch Einnahme von Schmerzmedikamenten und ggf. Anlage eines Mieders konservativ behandelt werden. Hier sind kurzfristige Röntgenverlaufskontrollen wichtig, um ein weiteres Zusammensintern des Wirbels (Fischwirbel oder Keilwirbel) rechtzeitig entdecken zu können.

Minimal invasive Verfahren

Für den Fall sehr starker oder anhaltender Schmerzen, oder bei zunehmender Verformung des Wirbels, sollte eine Operation erwogen werden. Mussten früher noch aufwändige Stabilisierungen durchgeführt werden, kann heute durch das Einspritzen von Knochenzement (Vertebroplastie) eine innere Stabilisierung des Wirbels mit unmittelbarer, oft eindrucksvoller Schmerzreduktion erfolgen.

Der Eingriff wird meist in einer kurzen Narkose durchgeführt: unter Röntgenkontrolle werden Hohlnadeln in den betroffenen Wirbel eingebracht. Anschließend wird unter kontinuierlichem Röntgen langsam der Knochenzement eingespritzt. Dieser verteilt sich zwischen den Knöchenbälkchen und in den Bruchspalten und härtet innerhalb weniger Minuten aus. Bei frischen Brüchen kann außerdem durch Einbringen eines Ballons versucht werden, den Wirbel aufzurichten (Ballonkyphoplastie).

Das Verfahren kann auch bei Brüchen des Kreuzbeines oder bei sogenannten pathologischen Frakturen, etwa bei Tumorbefall, angewandt werden. Die Risiken des Eingriffes sind dabei sehr gering, sodass mittlerweile von den Fachgesellschaften die Empfehlung zu einer eher frühzeitigen Versorgung mit der Vertebroplatie ausgesprochen wird, zumal neuere Studien zeigen konnten, dass die Behandlungsergebnisse bezüglich Lebensqualität und Lebenserwartung im Vergleich zur konservativen Behandlung überlegen sind.

Kontakt und weitere Informationen

Dr. Jens-Peter Vogelsang
Facharzt für Neurochirurgie
Privatklinik Villach

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