Top 5: Wirbelsäulenerkrankungen

Unsere Wirbelsäule trägt uns ein Leben lang – doch sie ist auch anfällig für verschiedene Erkrankungen, die oft mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehen. Von akuten Problemen wie einem Bandscheibenvorfall bis hin zu chronischen Beschwerden wie einer Wirbelkanalstenose gibt es viele Ursachen für Rückenschmerzen.

Platz 1: Bandscheibenvorfall

Beschwerdebild: Ein plötzliches „Herausspringen“ der Bandscheibe ist selten. Meist geht dem eine degenerative Veränderung des Bandscheibengewebes voraus. Typischerweise beginnt der Schmerz an der Wirbelsäule, bevor er zeitversetzt in die Extremitäten ausstrahlt, begleitet von Missempfindungen und Schwäche.

Ursache: Verschleißerscheinungen und Risse im äußeren Faserring der Bandscheibe führen zu Schwachstellen. Austretendes Bandscheibengewebe kann auf Nerven drücken und Schmerzen verursachen.

Behandlung: Zur Schmerzlinderung kommen röntgenoder CT-gestützte Infiltrationen (Blockaden) zum Einsatz. Eine alternative Methode ist die Ozon-Nukleolyse, bei der dreiwertiger Sauerstoff in die Bandscheibe injiziert wird. Ozon wirkt entzündungshemmend und kann die Bandscheibe vorübergehend schrumpfen lassen. Falls konservative Therapien nicht ausreichen oder neurologische Ausfälle auftreten, wird eine mikroskopische Bandscheibenoperation empfohlen.

Platz 2: Instabilität / Wirbelgleiten

Beschwerdebild: Patienten leiden oft unter einer Kombination aus Rücken- und Beinschmerzen. Durch die Verschiebung der Wirbel entsteht eine instabile Dynamik, die belastungsabhängige Beschwerden verursacht. Zusätzlich kann es durch die Verengung des Wirbelkanals zu Stenosesymptomen kommen.

Ursache: Meist handelt es sich um eine Abnutzungserscheinung, gelegentlich besteht eine genetische Veranlagung. Die Lockerung der Haltestrukturen zwischen zwei Wirbeln führt zum Wirbelgleiten und kann in eine Wirbelkanalstenose übergehen.

Behandlung: Sind konservative Therapien ausgeschöpft, kann eine Fusion (Verschraubung der Wirbel) mit gleichzeitiger Dekompression erfolgen. Die Fusion stabilisiert die Wirbelsäule und lindert den Schmerz, während die Dekompression den verengten Wirbelkanal erweitert und so die Beinschmerzen reduziert.

Platz 3: Wirbelbruch

Beschwerdebild: von der Bewegung abhängige Schmerzen im betroffenen Wirbelsäulenbereich.

Ursache: Stürze, Unfälle oder Osteoporose (vor allem im höheren Alter und häufiger bei Frauen). Manchmal kann bereits starkes Husten oder Verheben zu einem Bruch führen.

Behandlung: Bei unkomplizierten Brüchen wird eine konservative Therapie angestrebt, bestehend aus Schmerzmedikation und gegebenenfalls dem Tragen eines Korsetts oder Mieders. Bei komplexeren Frakturen oder ausbleibender Besserung kann ein minimalinvasiver Eingriff (Einbringen von medizinischem Zement in den Wirbelkörper) schnelle und effektive Schmerzlinderung bieten.

Platz 4: Wirbelkanalstenose

Beschwerdebild: Schmerzen in den Beinen sowie eine eingeschränkte Gehstrecke. Patienten müssen nach kurzer Strecke pausieren, bevor sie weitergehen können. Zusätzlich treten oft Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche auf.

Ursache: eine altersbedingte Verengung des Wirbelkanals durch Verschleißprozesse.

Behandlung: Bei fortgeschrittener Stenose ist eine operative Dekompression notwendig, da eingeengte Nerven sich nicht von selbst regenerieren können. Die Entscheidung für eine Operation hängt von der Schmerzintensität ab, bei Lähmungen oder Funktionsausfällen ist sie allerdings unumgänglich.

Platz 5: Unspezifischer Wirbelsäulenschmerz

Beschwerdebild: Rückenschmerzen ohne erkennbare organische Ursache.

Ursache: Wenn keine spezifische Ursache gefunden werden kann, spielen neben körperlichen Faktoren auch psychische Einflüsse, Stress oder eine ungünstige Körperhaltung eine Rolle.

Behandlung: Die Therapie konzentriert sich auf eine interdisziplinäre Abklärung, persönliche Beratung und das Aufzeigen individueller Möglichkeiten zur Schmerzlinderung. Neben physiotherapeutischen Maßnahmen können auch psychologische und ergonomische Aspekte berücksichtigt werden.

„Von der ersten Untersuchung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge stehen wir unseren Patienten persönlich zur Seite.“
Prim. Dr. Hannes Florianz
„Die richtige Diagnose ist der erste Schritt auf dem Weg zur Heilung. Erst dann können wir gezielt behandeln und den Schmerz nachhaltig lindern.“
Dr. Iris Ogris-Osiander

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Hannes Florianz
Facharzt für Orthopädie & orthopädische Chirurgie
Privatklinik Maria Hilf
E: hannes.florianz@humanomed.at


Dr. Iris Ogris-Osiander
Fachärztin für Neurochirurgie
Privatklinik Maria Hilf
E: iris.ogris-osiander@humanomed.at

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