Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus

Über längere Zeit erhöhte Blutzuckerwerte führen zu diabetesspezifischen Veränderungen der Blutgefäße und Nerven. Die Folge können ein Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder eine kritische Durchblutungsstörung im Bereich der Beinarterien, im schlimmsten Fall eine Beinamputation, sein. Zusätzlich kommt es im Rahmen chronischer Blutzuckererhöhung zu bleibenden Veränderungen im Bereich der Augen, die bis zur Erblindung führen können und im Bereich der Nerven mit daraus resultierenden schmerzhaften Beschwerden.

Eine frühzeitige Diagnose und Einstellung erhöhter Blutzuckerwerte hat somit oberste Priorität.

Diabetes mellitus und Herzerkrankungen

Herzerkrankungen treten bei Diabetespatienten häufiger auf und sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Österreich. Der Großteil der Diabetespatienten weist zusätzlich die Risikofaktoren Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und metabolisches Syndrom auf, die Herz und Gefäße zusätzlich schädigen.

Laut dem Deutschen Diabetesbericht (2016) sind unverändert akute Gefäßverschlüsse für etwa drei Viertel der Todesfälle bei Patienten mit Diabetes mellitus verantwortlich, zumeist Herzinfarkt, gefolgt von Schlaganfall. Das kardiovaskuläre Risiko ist für Typ-2-Diabetiker zwei- bis vierfach erhöht, bei Frauen bis zu sechsfach.

Die richtige Blutzuckereinstellung ist für die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen neben der Behandlung aller anderen Risikofaktoren ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Diabetes mellitus und Schlaganfall

Neben dem Herzinfarkt ist auch der Schlaganfall eine bedrohliche und häufige Form der vorzeitigen Gefäßschädigung.

Generell ist bei Diabetes das Risiko für einen Schlaganfall zwei- bis viermal erhöht. Kommen neben der Zuckerkrankheit weitere Risikofaktoren hinzu wie Nikotinabusus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, potenziert sich die Gefahr: So haben Diabetiker mit ausgeprägtem Bluthochdruck ein zehnfaches Schlaganfallrisiko.

Neuropathien

Schädigungen der Nerven werden als diabetische Neuropathie bezeichnet und können überall im Körper, häufig in den Beinen (diabetische Polyneuropathien) auftreten.

Sie führen zu folgenden klassischen Symptomen:

  • Taubheitsgefuhl
  • Ameisenkribbeln
  • brennende Fußsohlen
  • Schmerzen im Vorfußbereich
  • unruhige Beine
  • Gangunsicherheit

Durch die Gefuhlsstörungen kommt es zu einem unausgeglichenen Auftreten mit der Fußsohle, chronische Fehlbelastungen und uberschießender Verhornung. Dadurch entstehen Druckstellen, die bei länger einwirkender Belastung zu einem Geschwur (Ulcus) an der Fußsohle fuhren können. Diese offene Stelle ist eine permanente Gefahr, da hier Keime eintreten können und es zu schweren Infektionen bis zur Blutvergiftung kommen kann. Im schlimmsten Fall kann eine Amputation notwendig werden. Um vorzeitig Druckstellen zu erkennen, sollten regelmäßig Selbstinspektionen der Füße durchgeführt werden.

Diabetes und Niere

Die Schädigung der kleinen Blutgefäße im Bereich der Nieren wird als diabetische Nephropathie bezeichnet. Diese führt mit fortlaufender Dauer zu einer immer höhergradigen Funktionseinschränkung der Nieren, die in weiterer Folge eine kunstliche Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation notwendig machen können.

Diabetes und Augen

Menschen mit Diabetes sind häufig von Augenschädigungen betroffen. Die Retinopathie ist eine zuckertypische Schädigung der Netzhaut. Es kommt dabei zu klassischen Veränderungen des Augenhintergrundes, die vom Augenarzt fruhzeitig erkannt werden können. Im schlimmsten Fall kann es zu Blutungen in den Glaskörpern mit darauffolgender Netzhautablösung und Erblindung kommen. Eine gute Blutzuckereinstellung steht deshalb im Vordergrund, wobei das Gefährdungspotenzial individuell betrachtet werden muss.

Aufgrund der Symptomlosigkeit ist eine jährliche augenfachärztliche Untersuchung der Augen unbedingt notwendig.

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Harald Oschmautz
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie und Sportarzt
Privatklinik Maria Hilf

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