Volkskrankheit COPD

Keine andere Krankheit hat weltweit eine so hohe Steigerungsrate wie die COPD: Chronic, Obstructive, Pulmonary, Disease. Die Abkürzung COPD bezeichnet mehrere Atemwegserkrankungen, die alle durch eine ähnliche Symptomatik gekennzeichnet sind, sich aber in ihrer Entstehung, Diagnose und Therapie unterscheiden. Zu den als COPD zusammengefassten Lungenerkrankungen gehören:

  • chronisch obstruktive Bronchitis (mit oder ohne begleitendes Lungenemphysem)
  • Lungenemphysem (krankhafte Überblähung der Lunge)
  • chronische Bronchitis mit asthmatischer Komponente

Unbehandelt schreitet COPD in der Regel gnadenlos fort, bis hin zur permanenten Atemnot auch in Ruhe und zur Sauerstoffpflicht.

Ursachen

Der Hauptrisikofaktor für eine COPD ist das Rauchen. Für bis zu 90 Prozent aller Fälle von COPD ist der Tabakkonsum verantwortlich. Etwa jeder zweite ältere Raucher entwickelt eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Ursache für die COPD ist meist eine lang anhaltende Schadstoffbelastung der Lunge durch jahrelanges Einatmen schädlicher Stoffe. Auch äußere Umweltfaktoren und erbliche Ursachen kommen als (seltenere) Auslöser für eine COPD infrage.

20 % aller Raucher erkranken daran, aber 90 % der Erkrankten sind Raucher!

Krankheitsbild

Meist steht vor Beginn einer COPD eine einfache chronische Bronchitis. Im weiteren Verlauf können sich die Bronchien verengen und es entsteht eine chronisch obstruktive Bronchitis. Dabei kommt es zu chronischem Husten mit Auswurf und einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität ist die Folge. COPD-Patienten haben viele Begleiterkrankungen (Ko-Morbiditäten) und Risikofaktoren: 49 % haben eine Herzkrankheit, bis zu 42 % Bluthochdruck, 10 % Diabetes und bis zu 19 % Osteoporose. COPD-Patienten haben einen dauerhaften Lungenschaden. Stoffe, die bei gesunden Menschen zu keinerlei Belastungen führen, können für COPD-Patienten äußerst belastend sein.

Die wichtigsten COPD-Symptome sind: chronischer Husten, Auswurf, Atemnot.

Husten

Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis besteht ein meist schon länger anhaltender Husten. Die Symptome sind abhängig von der Tageszeit: Vor allem morgens nach dem Aufstehen ist ein sehr starker Husten typisch. Liegen zusätzliche Atemwegsinfekte vor, ist die chronisch obstruktive Bronchitis oft mit heftigen Anfällen von Atemnot verbunden.

Das Lungenemphysem führt selten zu Husten. Wenn bei dieser Form von COPD Husten auftritt, dann meistens morgens – wobei die Betroffenen den Schleim abhusten, der sich über Nacht angesammelt hat.

Auswurf

Die chronische Bronchitis und die chronisch obstruktive Bronchitis gehen allerdings meist mit Husten und starkem Auswurf einher. Der Auswurf ist normalerweise weiß, bei bakteriellen Infekten gelb-grün verfärbt. Beim Lungenemphysem kommt Auswurf beispielsweise selten vor – wenn, dann vorwiegend morgens.

Atemnot

Je fortgeschrittener eine Lungenerkrankung ist, desto höher steigt die Atemnot. Ist sie anfangs nur bei Belastung vorhanden, tritt sie bei fortgeschrittener Erkrankung auch in Ruhe auf. Auch die Symptome einer COPD mit Lungenemphysem umfassen eine fast dauerhafte Atemnot. Die Luftnot kann sich so ausweiten, dass die Betroffenen selbst minimale Anstrengungen als Schwerstarbeit empfinden.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine COPD ist eine exakte Diagnose wichtig, um die passende Therapie festlegen zu können. Neben der sorgfältigen Erfassung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) wird neben einer körperlichen Untersuchung vor allem eine Lungenfunktionsdiagnostik durch eine Spirometrie sowie eine Blutuntersuchung vorgenommen. Die COPD kann nach dem Ergebnis des Lungenfunktionstests in vier Stadien eingeteilt werden, von Stadium I (leicht) bis Stadium IV (sehr schwer).

Lungenfunktionsdiagnostik

Dabei wird die Atmung gemessen und aufgezeichnet um folgende Wertezu ermitteln:

  • das Gesamtfassungsvermögen der Lunge
  • die Kraft, die man aufbringen kann, um Luft aus der Lunge auszuatmen
  • der Widerstand der Atemwege, den verengte Bronchien verursachen

Fakten zur COPD

  • Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) geht von rund einer Million Menschen mit COPD in Österreich aus, davon 300.000 bis 400.000 in einem Stadium, das behandelt werden sollte.
  • Nur etwa 30 Prozent aller behandlungspflichtigen COPD-Kranken (ab Stadium II) sind diagnostiziert.
  • Die Menschen, die neu an COPD erkranken, sind immer jünger. Das hat primär damit zu tun, dass immer mehr sehr junge Menschen rauchen.

Behandlung durch Lungen Rehabilitation

Im Humanomed Zentrum Althofen können COPD-Patienten eine Lungen Rehabilitation in Anspruch nehmen. Nach einer genauen Untersuchung und einer anschließenden Diagnose, werden die individuellen Ziele der Rehabilitation festgelegt. Um der Krankheit entgegenzuwirken und die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten wieder zu steigern, wird ein umfassendes Programm für die Rehabilitation zusammengestellt. „Die Rehabilitation im  Humanomed Zentrum Althofen steht auf vier Säulen“, so Dr. Muntean. „Körperliches Training sorgt für weniger Atemnot im Alltag, die Atemphysiotherapie zeigt wirkungsvolle Selbsthilfemaßnahmen  auf und psychologische Unterstützung in der Einrichtung ist wichtig wegen der höchst eingeschränkten Lebensqualität unserer Patienten“, erklärt der Lungenfacharzt. Der vierte und letzte Schwerpunkt liegt auf der Ernährung, da Fehlernährung oder Übergewicht zu zusätzlichen Atemproblemen führen können.

Das interdisziplinäre Team der Einrichtung, bestehend aus Lungenfachärzten, einer Allgemeinmedizinerin, speziell geschulten Atemphysiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sportwissenschaftlern, Diätologen und Pflegekräften steht den Patienten während ihrem Aufenthalt zur Seite. Ziel der Einrichtung ist es, den Betroffenen Verständnis für die Ursachen ihrer Erkrankung zu geben und sie zur Selbsthilfe zu motivieren.
Neben der therapeutischen Behandlung ist auch die Raucherentwöhnung nach den Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie ein fester Bestandteil der Rehabilitation.

Es ist nie zu spät mit dem Rauchen aufzuhören – man gewinnt tatsächlich Lebensjahre und auch Qualität!

Kontakt und weitere Informationen

Prim. Dr. Michael Muntean
Facharzt für Lungenkrankheiten
Lungen Rehabilitation im Humanomed Zentrum Althofen

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